Anders als die anderen

© zvkate/Adobe Stock

Wer mit seinem Produkt im Regal zwischen oft zahllosen Mitbewerber:innen und Me-toos auffallen möchte, tut gut daran, sich intensiv mit der Verpackung auseinanderzusetzen. Schließlich ist diese der erste und im schlechtesten Fall einzige Kontaktpunkt zu den potentiellen Käufer:innen.

Kategorie: Sonstiges

Der erste Eindruck zählt. „Rund 70% der Kaufentscheidungen fallen direkt am Point of Sale“, weiß Hagen Burkert, ABM & Marketing Communications Manager DACH bei DS Smith. „Für den sogenannten ‚First Moment of Truth‘ ist die Gestaltung daher entscheidend: Sie muss sofort ins Auge springen, Orientierung bieten und den Impuls auslösen, zum Produkt zu greifen.“ Bei Greiner weiß man, was die Blicke der Konsument:innen erfahrungsgemäß auf sich zieht: „Besonders aufmerksamkeitsstark sind kontrastreiche Designs, prägnante Farbwelten und eine strukturierte Informationsvermittlung, die Konsument:innen schnell Orientierung bietet“, so Jörg Sabo, Global Director Marketing & Innovation. Bei Marzek Etiketten + Packaging sieht man das ganz ähnlich: „Etikett und Verpackung haben eine enorm große Bedeutung für die Werbewirkung eines Produkts. Sie spielen eine entscheidende Rolle, damit die Botschaft der Produzent:innen bei den Konsument:innen ankommt, diese das Produkt registrieren, tatsächlich kaufen, in Erinnerung behalten und sich auch beim nächsten Kauf wieder dafür entscheiden“, so Marketing-Zuständige Stefanie Wareka.

VIELSAGEND. Freilich reicht es nicht, bloß auf sich aufmerksam zu machen. Im Idealfall soll die Packung den Verbraucher:innen auf den ersten Blick signalisieren, was das jeweilige Produkt ausmacht. „Die Verpackung vermittelt nicht nur Qualität und Markenwerte, sondern gibt auch Orientierung in einem überfüllten Marktumfeld“, meint Jörg Sabo von Greiner Packaging International. „Wertige Produkte werden mit wertiger Verpackung unbewusst als solche besser wahrgenommen und können damit einen höheren Erlös erzielen“, ist Stefanie Wareka, Marzek Etiketten + Packaging, überzeugt und berichtet aus einer spannenden Studie einer Masterarbeit im Studiengang Internationales Weinmarketing an der Hochschule Burgenland. Durch eine Befragung 71 weininteressierter Konsument:innen wurde aufgezeigt, dass die Haptik eines Etiketts maßgeblich darüber entscheidet, wie ein Wein beurteilt wird. So löste ein hochwertiges Etikett Assoziationen mit Komplexität und hoher Qualität eines Weines in Verbindung mit einer signifikant höheren Zahlungsbereitschaft aus. „Konsument:innen waren bereit, für Weine mit strukturierten oder geprägten Etiketten bis zu 15% mehr zu bezahlen als für Standard-Glanz­etiketten“, so Wareka.

HOW TO. Doch wie kommt man nun zur optimal auf das eigene Produkt abgestimmten Verpackung? Die Packaging-Hersteller bieten dafür durchwegs umfangreiches Service an. Alpla beispielsweise hat vor einigen Jahren am Firmensitz in Hard unter dem Namen Studio a einen innovativen Produktentwicklungsraum eröffnet, um die Markteinführung neuer Verpackungslösungen aus Kunststoff zu beschleunigen. Hier können gemeinsam mit den Kund:innen neue Konzepte entwickelt und umgesetzt werden – vom ersten Design­entwurf über den Prototypen bis zur fertigen Verpackung, alles innerhalb weniger Tage. Zum Einsatz kommen beispielsweise 3D-Druck sowie Virtual und Augmented Reality. Neben Design-Expert:innen sind natürlich auch technische Spezialist:innen am Werk. Bei Alpla ist man überzeugt, dass die gemeinsame Arbeit mit dem Kund:innen im selben Raum die Entwicklungszeit enorm verkürzt.

Wer hingegen Wellpappe-Lösungen sucht, kann beispielsweise auf den Service von DS Smith zurückgreifen. Hagen Burkert: „Wir begleiten unsere Kund:innen von der ersten Konzeptphase bis zur Umsetzung. Bei Bedarf bieten wir in unserem RightCentre gemeinsame Workshops an, in denen wir direkt an maßgeschneiderten Ideen arbeiten.“

Bei Greiner Packaging fällt die Erarbeitung des Packagings ebenfalls bedürfnisorientiert aus: „Bei der Entwicklung neuer Verpackungskonzepte bieten wir unseren Kund:innen sowohl Standardprodukte als auch die Möglichkeit, gemeinsam individualisierte Lösungen zu erarbeiten. Unser internes Design- und Prototyping-Team DesPro begleitet die Kund:innen von der ersten Idee über Visualisierung bis hin zum realen Prototypen, berät zur technischen Machbarkeit, zu Druck- und Dekorationsoptionen und entwickelt praxisgerechte Lösungen, die die Anforderungen der Kund:innen erfüllen“, schildert Jörg Sabo. Umfassend sind auch die Hilfestellungen bei Marzek Etiketten + Packaging, wobei es im Zuge des Prozesses einiges zu klären gilt. Stefanie Wareka: „Welche CI+CD-Vorgaben sind zu beachten? Welches Produktimage soll vermittelt werden? Wie soll das Produkt in Bezug auf Qualität und Wertigkeit positioniert werden?“ Inspirationen kann man sich auch bei Marzek vor Ort in Traiskirchen holen – anhand von mehr als 3.000 Exponaten.

IMMER INDIVIDUELL. Die eine perfekte Verpackungslösung gibt es nicht – wohl aber die Möglichkeit, sie sich unter Hilfestellung von Profis für sein Produkt individuell zu erarbeiten, um die Vorzüge individuell hervor- und sich vom Mitbewerb abzuheben.


BEST PRACTICE:
PACKAGINGS, DIE AUFFALLEN


GREINER: CUBO

Mit dem „Cubo“ offeriert Greiner einen quadratischen Becher. Dieser bietet auf geraden Flächen mehr Platz für Branding, Informationen und grafische Gestaltung und kann mit verschiedenen Dekorationsoptionen versehen werden. Zudem punktet er mit besserer Stapelbarkeit, wodurch sich bis zu 35% mehr Becher pro Palette transportieren lassen.


MARZEK: THERMOCHROM-ETIKETTEN

Speziell für die Weinvermarktung offeriert Marzek sog. Thermochrom-Etiketten. Bei diesen verfärben sich die dafür vorgesehenen Bereiche des Etiketts, sobald der Inhalt die ideale Trinktemperatur erreicht hat – Weinbaubetrieben will man damit ein Differenzierungs-Tool bieten.


ALPLA: BIOBASIERTER TIEGEL

Für eine Stylingpaste der Kosmetikmarke „La Biosthétique“ hat Alpla einen Tiegel samt Verschluss und Liner entwickelt, wobei die gesamte Verpackungslösung aus 100% biobasiertem Material besteht. Sie soll die nachhaltigen Markenwerte und Qualitätsansprüche unterstreichen. Das Konzept erzeugt 50% weniger CO2-Emissionen als eine Verpackung aus PP.


ALPLA: PET-WEINFLASCHEN

Bei Weinen für den kurzfristigen Konsum kann PET durchaus eine sinnvolle Wahl sein, nicht nur im Sinne geringen Gewichts, einer guten Energiebilanz und sehr guter Recyclingfähigkeit, sondern auch, um neue Kundenschichten anzusprechen. Alpla gilt als Pionier für PET-Weinflaschen im Bordeaux-Design. Ohne Zusatzbeschichtungen bewahrt sie das Qualitätsniveau des Weins für bis zu sechs Monate. Eine Variante mit hachdünner Siliziumoxid-Schicht für längere Haltbarkeit befindet sich derzeit in der Testphase.


DS SMITH: LIFT UP

Unter dem Namen „Lift Up“ bietet DS Smith einen vollständig recycelbaren Tragegriff aus Wellpappe, der Kunststoffgriffe und Schrumpffolien bei PET-Multipacks ersetzt. Seine faserbasierte Konstruktion verleiht ihm eine moderne, nachhaltige Anmutung. Sowohl Griff als auch Banderole schaffen zusätzliche Kommunikationsflächen.