Anregend

© Matteo Lodolo/Adobe Stock

Unter Aperitivo, dem ursprünglich italienischen Ritual, versteht man heute eine Drink-Kategorie, die belebende, bunte, sprudelige und für gewöhnlich bitter-süße Drinks beinhaltet – und für Leichtigkeit und Geselligkeit steht. Dieses Konzept gefällt den Verbraucher:innen; und es differenziert sich immer mehr aus – zu den beliebten Klassikern kommen heuer einige Neuheiten hinzu.

Kategorie: Food

Man muss nicht in Italien gewesen sein, um den Begriff „Aperitivo“ zu verstehen, denn mittlerweile haben wir das Ritual für Österreich längst adaptiert: Man trifft sich in geselliger Runde zu leichten Drinks, Snacks und ausgelassenen Gesprächen. Die Uhrzeit spielt keine bestimmte Rolle – es kann noch Tag sein oder früher Abend, und auch das Essen steht nicht im Mittelpunkt. Es ist ein unkomplizierter, geselliger Moment, begleitet von zugänglichen, leichten Drinks, die optisch und geschmacklich einfach gute Laune machen. Stichwort Drinks: Während rein theoretisch auch schwere Geschütze wie ein Negroni in die Kategorie fallen, präsentiert sich der typische Aperitivo bei uns mittlerweile recht deutlich als Spritz-Variante oder als Drink auf Basis von Tonic bzw. einem anderen Filler. Und die Spirituose kann, muss aber nicht, aus Italien stammen – auch Deutschland, Frankreich, Spanien und sogar Griechenland widmen sich diesem Thema mittlerweile intensiv.

DACH FÜR IKONEN. Die stärksten Marken, die wir heute mit Aperitivo verbinden, etwa „Aperol“ als „Aperol Spritz“, kommen aus dem Hause Campari. Der klassische Spritz, serviert in einem bauchigen Glas mit viel Eis, ist das Erfolgsrezept des Segments. Denn sein Prinzip ist einfach: Unterschiedliche Aperitifs lassen sich mit Prosecco und Soda immer wieder neu interpretieren, von bitter bis süß, von fruchtig bis floral. So sieht man das auch bei Campari Austria: Spritz-Varianten werden nicht mehr als einzelne Signature Drinks wahrgenommen, sondern als vertrautes Format, das unterschiedliche Geschmäcker abbilden kann. Für genau diese unterschiedlichen Geschmäcker bietet das Campari-Portfolio eine starke Auswahl, die jetzt auch ein eigenes Dach bekommt. 2026 bündelt Campari Austria sein Spritz-Angebot erstmals in einer klaren und geschmacklich strukturierten Form. Unter dem Dachnamen ‚Spritz up your Aperitivo‘ werden verschiedene Spritz-Varianten zusammengeführt, die gezielt unterschiedliche Geschmacksprofile abdecken. Der Aufbau des Campari-Portfolios folgt dabei einer geschmacklichen Logik: von klassisch bitteren Spritz-Ausprägungen wie etwa „Campari“ über ausgewogenere und zugänglichere Varianten, z.B. „Aperol“, bis hin zu fruchtigen Interpretationen wie etwa „Sarti Rosa“. Und es hält auch Neuheiten bereit: Neben dem erst kürzlich lancierten fruchtigen „Sarti Rosa“ kommt jetzt mit „Mondoro“ die optimale Ergänzung für einen Italian Hugo Spritz hinzu. Während „Sarti Rosa“ neue Zielgruppen über ein moderneres, fruchtiges Profil anspricht, erweitert der Italian Hugo Spritz auf Basis von „Mondoro“ das Portfolio gezielt im süßeren und floralen Bereich.

SELEKTIV. Ebenfalls original-italienisch ist der Bitteraperitif „Select“ im Portfolio von Johann 1857, der als Basis eines venezianischen Spritz bekannt ist. Seinen starken Charakter verdankt er einer Rezeptur aus 30 Botanicals, Rhabarber-Wurzel verleiht ihm eine einprägsame Bitternote. Und auch hier stellt man die große Lust auf Aperitivo-Momente fest. Monika Brussati, Brand Managerin: „Aperitivo erlebt gerade eine neue Bedeutung: als bewusster Moment, um sich Zeit zu nehmen und mit Freunden und Familie zusammenzukommen. Genau dieses Lebensgefühl verkörpert ‚Select Aperitivo‘ seit über 100 Jahren.“

NEUE GEFILDE. Aperitivo ist auch bei Henkell-Freixenet Österreich, Marktführer im Bereich Schaumwein, ein Thema mit viel Potential. Philipp Gattermayer, GF: „Die Nachfrage nach Aperitivo-Produkten wächst weiter. Davon hat auch ‚Mionetto Prosecco‘ stark profitiert. Die Marke ist im Spritz-Segment gut positioniert und konnte ihren Absatz 2025 um 42% steigern.“ Diesen Trend nutzt man nicht nur für die Schaumwein-Marken im Portfolio, sondern erweitert das Angebot auch in Richtung Spirituosen. Mit „Mionetto Aperitivo“ ist seit 2024 ein klassisch orangefarbener Bitteraperitif auf dem Markt und aktuell lanciert man mit „Freixenet Solare“ eine weitere Spritz-Zutat. Gattermayer: „Mit ‚Freixenet Solare‘ bringen wir Ende April einen mediterran inspirierten Premium-Aperitivo auf den Markt. Natürliche Zitrusaromen treffen hier auf Botanicals wie Rosmarin und Thymian und sorgen für ein ausgewogenes, aromatisches Geschmacksprofil.“ Kombiniert mit „Freixenet“-Cava, Soda, Eis und Zitronenscheiben steht somit ein sonnengelber Spritz für den Sommer in den Startlöchern.

GRIECHISCH. Natürlich widmet sich auch Top Spirit/Schlumberger dem erfolgsversprechenden Thema Aperitivo. Nicht nur, dass die Schaumweine als Solisten, etwa die „Schlumberger Spring Edition“ oder die „Schlumberger Ice“-Line, gute Figur machen, auch bei den Spirituosenmarken, die man im Vertrieb hat, tut sich einiges. So etwa bei „Metaxa“, dem griechischen Original. Hier ist seit kurzem die Variante „Metaxa 5 Stern Orange“ am Markt, die den klassischen Charakter von „Metaxa“ mit natürlichen Extrakten aus griechischen Orangenschalen verbindet und eine ausgewogene Balance aus sanften und bittersüßen Noten bietet. Ideal als Basis für moderne Spritz-Varianten. Ebenfalls neu sind „Metaxa Greek Cocktails“ als RTDs in der Dose.

ORANGE. Und auch aus Deutschland gibt es Aperitivo-Ideen: Zum einen „Jägermeister Orange“, bei dem original „Jägermeister“ mit fruchtigen Noten aus Essenzen von Orangen und Mandarinen aus Sizilien kombiniert wird und der sowohl pur als Shot als auch im Spritz auf leicht bittere Kräuternoten und fruchtige Süße setzt. Und zum anderen kommt auch „Berliner Luft“ auf den Geschmack nach Dolce Vita: Brandneu im Sortiment ist jetzt „Berliner Luft Aperitivo“. Felix Zocher, Marketing- und Vertriebsleiter: „Der neue Likör schlägt eine attraktive Brücke zwischen zwei starken Nutzungsmomenten: entspannten Aperitif-Situationen und der lebendigen Berliner Feierkultur.“

NO & LOW. Aperitivo ist auch deshalb so beliebt, weil sich die Drinks sehr einfach den individuellen Trinkgewohnheiten anpassen lassen. Wer es leichter oder gar ganz ohne Alkohol will, kann die Spirituosen durch alkoholfreie Alternativen ersetzen. Dass das sehr gut und völlig ohne geschmackliche Abstriche funktionieren kann, hat bereits die Campari-Group mit „Crodino“ unter Beweis gestellt. Und auch dieses Regal füllt sich jetzt mit Neuheiten: So kommt etwa „Lillet“, der französische Wein-Aperitif, in einer Variante mit 0,0% Alkohol auf den Markt und, ebenfalls im Vertrieb von Pernod Ricard, findet sich mit „Ramazzotti Aperitivo Arancia 0.0“ eine aromatische Alternative zum klassischen italienischen Bitteraperitif. Wer hier nicht fündig wird, der trifft jetzt aber auch im klassischen AF-Regal auf ein wachsendes Aperitivo-Angebot ohne Alkohol. Die Sirup-Marke „YO“ aus dem Hause Eckes Granini z.B. erweitert mit „Aperitivo“- und „Mojito“-Sirupen die Kategorie um moderne, bewusst konsumierbare Alternativen. Und Höllinger bietet mit der „Bio Cocktail Syrup“-Range Sirup-Varianten wie „Bellini“, „Limoncello“ oder auch „Aperitivo“, die mit hochwertigen Zutaten und Rezepturen punkten. Gerhard Höllinger: „Durch den Einsatz von Botanicals wie Ingwer oder speziellen Gewürzen erhalten die Getränke jene aromatische Komplexität und Tiefe, die man sonst nur von Spirituosen kennt.“ Ohne Promille und Ready to Drink – auch Vöslauer ist bereits auf den Aperitivo-Geschmack gekommen: „Vöslauer Fizzz“ in den Sorten „Mojito Style“ und „Bitter Orange“ ist seit kurzem in der 0,44L-Flasche erhältlich. Das Format ist bewusst für zwei Portionen gedacht – ideal zum Teilen oder für eine doppelte persönliche Auszeit.

SPRITZ TO GO. Spritz-Varianten machen sich traditionell auch sehr gut als Ready to Drink-Produkte, was für alle, die es ganz besonders gerne unkompliziert und spontan mögen, interessant ist. Längst legendär sind bei uns z.B. die „Campari Soda“-Fläschchen und auch „Aperol Spritz“ ist schon lange und erfolgreich im Kleinformat erhältlich. Jünger sind z.B. „Lillet“-Varianten und die „Hochriegl Spritz“-Linie, die in unterschiedlichen Sorten sowohl in der 0,7L-Flasche als auch in der Dose erhältlich ist.

STARTKLAR. Jetzt baut auch Henkell-Freixenet das RTD-Segment weiter aus und lanciert einerseits unter der Marke „Kupferberg“ zwei Varianten „Limo meets Secco“ und andererseits wird das „Mionetto“-Sortiment um RTD-Spritz erweitert: „Mionetto Orange Spritz“ ist mit und ohne Alkohol, trinkfertig sowohl in die 0,7L- als auch in der Kleinflasche erhältlich. Gattermayer: „Besonders jüngere Zielgruppen schätzen die Flexibilität dieser Angebote. Laut aktuellen Marktdaten zeigen 14% Interesse an RTDs, bei den 16- bis 29-Jährigen ist die Nachfrage mit 32% besonders ausgeprägt (Anm. Quelle: Markttest Sekt, Prosecco bzw. Champagner, MT2610; Basis: österreichische Bevölkerung). Für uns sind RTDs deshalb eine sinnvolle strategische Ergänzung unseres Portfolios.“

STIBITZT. Dass das Thema Aperitivo eine sinnvolle Sortimentsergänzung sein könnte, dürfte sich auch die Brauunion für die Marke „Stibitzer“ überlegt haben. Nach dem Markteintritt des „Stibitzer Weißer Spritzer“ im letzten Jahr wird die Range aktuell u.a. um „Stibitzer Aperitivo Spritz“ und „Stibitzer Wild Berry Spritz“ erweitert.
Und ganz knapp vor Druck dieser Ausgabe erreichte uns schließlich noch dieser Aperitivo-Launch: Mit dem „Ottakringer Bier Spritz Bier-Aperitif Bitterorange“ setzt Ottakringer auf Dolce Vita in der Slim Can.

WIR SIND BEREIT. Während viele alkoholische Segmente im LEH rückläufig performen, wittern die Markenartikler gute Chancen im Aperitivo-Bereich. Jetzt, zu Redaktionsschluss, fehlt als einzige Zutat zwar noch der Sonnenschein, aber wir sind sicher, dass sich auch der ehebaldigst einstellt. Und spätestens dann steigt die Aperitivo-Lust der Verbraucher:innen mit Gewissheit sprunghaft.