Auf der Optimalspur

Die „Regional Optimal“-Linie von Berger punktet mit bis zu 45% weniger CO2-Austoß.

Bereits vor 16 Jahren hat Rudolf Berger, GF Berger Schinken, aus einem persönlichen Impuls heraus begonnen, nach Alternativen für Übersee-Soja bei der Schweinefütterung zu suchen. Heute ist dieser Aspekt zentral für die nachhaltige Linie „Regional Optimal“.

Kategorie: Food

Bereits 25% der verarbeiteten Schweine bei Berger Schinken stammen aus dem unternehmenseigenen Klimaschutzprogramm „Regional Optimal“. Schweine, die nach den Kriterien des Programms gemästet werden, erhalten ausschließlich Soja aus dem Donauraum bzw. andere Eiweißkomponenten aus Europa sowie Mais und Getreide, das zu 100% aus Österreich – oft aus dem Eigenanbau der Schweinemäster – stammt. Die Ferkel kommen zudem ausschließlich aus Österreich und werden möglichst nahe beim Berger-Standort in Sieghartskirchen gemästet – für „Regional Optimal“ sind ausschließlich Schweine aus einem Umkreis von maximal 50km zugelassen. Warum „regional“ in Sachen Schinken, Wurst & Co. wirklich „optimal“ ist, ist leicht erklärt: Sobald sowohl die Seemeilen fürs Futter wegfallen als auch die Transportwege der Tiere kurzgehalten werden, verringert sich der CO2-Abdruck des Endprodukts massiv. Der Fütterungs- und Haltungs-Patriotismus bewirkt ein Minus von bis zu sage und schreibe 45%, das bestätigt auch das FIBL.

DIE KOSTENFRAGE. Wie so oft, die scheinbar einfache Lösung hat den üblichen Haken: Die Kosten für regionale Futtermittel anstelle von Übersee-Soja sind natürlich höher. Die Mastbetriebe benötigen daher einen entsprechend angepassten Kilopreis. Rudolf Berger: „Die höheren Ausgaben dürfen nicht an den Bäuer:innen hängen bleiben und werden daher zusätzlich mit einem Aufschlag von 8 bis 10 Cent abgegolten.“

INVESTITIONEN. Sieht man sich den ethischen Aspekt von Nachhaltigkeit an, also das Thema Tierwohl, geht’s auch nicht ohne Extra-Kosten in Richtung bessere Zukunft. Während für die „Berger“-Klimaschutz-Range „Regional Optimal“ unterschiedlichste Haltungsformen zugelassen sind, beschränkt sich das „Berger Tierwohl“-Programm auf Mastbetriebe, bei denen die Haltung strengen Tierwohl-Kriterien entspricht: Die Schweine haben etwa doppelt so viel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben, es gibt Liegebereiche mit Stroh, Auslauf, keine Vollspaltenböden und auch der Ringelschwanz darf dranbleiben. Das ist zwar genau betrachtet nicht unbedingt die klimaschonendste Haltungsform – mehr Platz, Stroheinstreu und Auslauf bedeuten auch mehr Energieaufwand und Ressourcenverbrauch –, aber es ist sicherlich jene, die den Tieren ein besseres Leben ermöglicht. Die eigentlich deutlich voneinander getrennten „Berger“-Produktlinien, „Regional Optimal“ und „Berger Tierwohl“, gehen daher ab und zu gemeinsame Wege. Nicht zuletzt, weil das Ziel des Familienunternehmens generell lautet, Tierwohl auszubauen und zu forcieren. Berger: „Wir unterstützen und animieren Schweinemäster, auf Tierwohl-Ställe umzustellen, und wir sind stolz darauf, dass bereits einige unserer ‚Regional Optimal‘-Lieferanten nach Tierwohl-Kriterien arbeiten.“

KREISLAUF. Die Fütterung und die regionale Mästung sind, was das Klima betrifft, die wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte bei Schinken- und Wurst-Produkten. Aber auch noch weitere Details, wie recyclingfähige oder materialreduzierte Verpackungen (siehe auch S. 12), der Ausbau der PV-Anlagen oder die Verarbeitung ganzer Schweinehälften wirken sich positiv aus. Seit kurzem wird – in einem EU-geförderten Pilotprojekt – auch das Abwasser des Betriebes aufbereitet. Berger: „Die positive Nebenwirkung: Aus Abwasser gefiltertes Phosphat wird in Zukunft den Vertragslandwirt:innen zur Düngung zur Verfügung gestellt. Damit entsteht ein perfekter geschlossener Kreislauf!“ Es sind also genau genommen viele große und kleine Schräubchen, an denen die Familie Berger dreht. Etwas, was vielleicht gerade auch in einem Familienbetrieb besonders gut funktioniert, denn die nächste Generation steht schon in den Startlöchern und wirkt kräftig an der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens mit.