PRODUKT: Der Sektmarkt entwickelte sich 2025 mit -2,6% in der Menge und stagnierendem Umsatz tendenziell rückläufig. Wie hat sich Henkell Freixenet in diesem Umfeld geschlagen?
Gattermayer: Insgesamt haben wir uns mit einem Umsatzplus von 3,3% positiv entwickelt. Unsere breite Markenvielfalt ermöglicht es, unterschiedliche Zielgruppen und Anlässe im Schaumweinsegment abzudecken: „Mionetto Prosecco“ verzeichnete im vergangenen Jahr mit einem Absatzplus von 42% etwa eine besonders dynamische Entwicklung, was sicherlich auch auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Aperitivo-Getränken zurückzuführen ist. „Henkell Sekt“ konnte ebenfalls mit +2,5% im Absatz wachsen und Marken wie „Freixenet“ und „Kupferberg“ ergänzen das Portfolio mit klar positionierten Profilen und konnten sich ebenfalls erfolgreich im Markt behaupten.
PRODUKT: Was kann man dem rückläufigen Trend entgegensetzen, bzw. wie am besten darauf reagieren?
Gattermayer: Über alle Marken hinweg entwickeln wir unser Sortiment kontinuierlich weiter und reagieren flexibel auf Konsument:innenbedürfnisse. Der Trend zu weniger Alkohol z.B. ist aus unserer Sicht Ausdruck eines insgesamt bewussteren Konsumverhaltens. Alkoholfreie und alkoholreduzierte Produkte verstehen wir daher weiterhin als wichtigen Wachstumstreiber. Gleichzeitig beobachten wir auch in Segmenten wie Rosé, Aperitivo oder Ready-to-drink eine dynamische Entwicklung, auf die wir gezielt mit Produktneuheiten reagieren. Unabhängig davon bleibt jedoch die Qualität entscheidend. Unser Anspruch ist es, unser Portfolio weiterzuentwickeln, in wachsenden Segmenten mit relevanten Innovationen präsent zu sein und dabei konsequent auf gleichbleibend hohe Qualität zu setzen.
PRODUKT: Der Promotionanteil bei Schaumweinen ist sehr hoch – um die 70% werden kolportiert – wird das auch weiterhin so sein? Und wird es 2026 Preiserhöhungen geben müssen?
Gattermayer: Der Schaumweinmarkt ist seit Jahren stark promotiongeprägt. Aktionsangebote sind im Handel fest etabliert und werden von Schaumweinfans entsprechend nachgefragt. Umso wichtiger wird eine klare Markenpositionierung – insbes. im Premium- sowie im alkoholfreien Segment – sein. Die Preisentwicklung wird maßgeblich von externen Faktoren beeinflusst, für 2026 ist noch keine konkrete Prognose möglich.
PRODUKT: Gibt es aktuell Neuheiten?
Gattermayer: Ja! In den Kategorien Ready-to-drink und Aperitivo launchen wir 2026 mehrere Produktneuheiten: Neben „Kupferberg Limo meets Secco“, den wir aktuell auf den Markt bringen, setzen wir im Frühling und Sommer zudem mit unserem neuen mediterranen Aperitif „Freixenet Solare“ und dem Ready-to-Serve-Produkt „Mionetto Orange Spritz“ weitere frische Impulse.
PRODUKT: RTD scheint angesichts dieser Neuheiten ein zukunftsträchtiges Thema zu sein?
Gattermayer: Ja, RTDs sind für uns ein relevantes Wachstumssegment. Markterhebungen zeigen, dass 14% der Verbraucher:innen Ready-to-drink-Getränke konsumieren möchten, bei den 16- bis 29-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei 32%. Strategisch verstehen wir Ready-to-drink nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung unseres Portfolios. Die Kategorie eröffnet zusätzliche Konsumanlässe und ermöglicht es uns, neue Zielgruppen anzusprechen und unser Angebot breiter aufzustellen. Mit „Kupferberg Limo meets Secco“ steigen wir 2026 erstmals in dieses Segment ein.