Aus der Waschküche

Wie alles begann: die Waschküche der Lehners mitsamt Spritzgussmaschine.

Auf den Verpackungen der Markenartikel der FMCG-Branche prangen natürlich stets die Namen des Inhalts. Doch möglich werden moderne Packaging-Konzepte nur durch Unternehmen, die für diese Hülle viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit leisten – wie etwa Alpla, ein Unternehmen, das sich aus der Waschküche heraus selbst einen großen Namen gemacht hat.

Kategorie: Sonstiges

Die Brüder Helmuth und Alwin Lehner nutzten die Waschküche ihres Elternhauses in Hard am Bodensee in den 1950er-Jahren nicht nur, wozu sie gedacht war. Stattdessen platzierten sie dort eine Spritzgussmaschine, experimentierten darauf mit neuen Werkstoffen und gründeten alsbald ein Unternehmen zur Verarbeitung von Kunststoffen aller Art. Das erste Produkt sollte ein Kunststoffbecher für „Lustenauer Senf“ werden. Eine bestellte Form erwies sich als unpassend und so legte Alwin Lehner kurzerhand selbst Hand an. Er konstruierte Polystyrol-Becher, die schließlich im Schichtbetrieb, unter Mithilfe aller Lehners, vom Band liefen. Den Pioniergeist hat sich das Unternehmen erhalten – heute wird freilich unter völlig anderen Maßstäben produziert. Alpla hat sich zum Global Player mit 200 Standorten in 46 Ländern entwickelt. Mehr als 24.000 Beschäftigte kümmern sich um die Entwicklung, Fertigung, aber auch das Recycling sicherer und möglichst nachhaltiger Verpackungslösungen.

INNOVATIONSGEIST. Der Weg dahin war geprägt von Technik- und Innovationsbegeisterung. Meilensteine in der Unternehmensgeschichte waren etwa die legendäre Extrusionsblasmaschine Alplamat (1958), das erste Inhouse-Werk direkt bei einem Kunden (1985), die weltweit erste Zwei-Stufen-PET-Flasche (1985), die frühe Fertigung mit Post-Consumer-Recyclingmaterial (1990) sowie die Industrialisierung biobasierter Papierflaschen und biologisch abbaubarer Kaffeekapseln. Alpla gilt als Systemanbieter für Verpackungslösungen aus einer Hand, die man individuell an die Kundenbedürfnisse angepasst in weltweit sieben Entwicklungszentren sowie vier One-Stop-Shops für Produktdesign (STUDIOa) plant und gestaltet. Es ist kein Geheimnis, dass Kunststoff auch immer wieder in der Kritik steht – Alpla ist es deshalb ein Anliegen, die Betriebe und Konsument:innen auch über die zahlreichen Vorteile des Materials aufzuklären, und zwar im Rahmen der „Plastic is fantastic“-Initiative.

FAMILIÄR. An der Spitze des Unternehmens steht übrigens weiterhin ein Familienmitglied: Philipp Lehner führt die Alpla Group seit 2021 in dritter Generation. Und er hat viel vor: „Wir sind enorm gewachsen und unseren Werten immer treu geblieben. Beides machen wir auch weiterhin. Dazu fokussieren wir uns auf unsere Stärken im Kerngeschäft, setzen auf hochwertiges Recycling und erschließen gezielt neue Märkte und Technologien. Und wir erforschen mit mutigen Ideen das Unbekannte“, wie er im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten festhielt. Dies hat sich in der 70-jährigen Unternehmensgeschichte bewährt. „Und das ist auch unser Erfolgsrezept für die Zukunft“, so Lehner.


Alpla – das Unternehmen

In Sachen Herstellung, aber auch Wiederverwertung von Kunststoffverpackungen zählt die Alpla Group zu den weltweit führenden Unternehmen. Das Portfolio umfasst Verpackungssysteme, Flaschen, Verschlüsse und Spritzgussteile für Anwendungsbereiche wie z.B. Nahrungsmittel und Getränke, Kosmetik- und Pflegeprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel etc.



Warum „Alpla“?
Der ursprüngliche Name des Unternehmens lautete Alpenplastik Lehner Alwin GmbH. Heute ist die Kurzform davon der offizielle Name des Kunststoff-Spezialisten.