Austria Glas Recycling: Motivforschung zur Mülltrennung mit Fokus auf das Entsorgen von Glasverpackungen

Dr. Harald Hauke und DI Eva Koller, Geschäftsführung Austria Glas Recycling

Warum geben Menschen Glasverpackungen in den Restmüll statt in den Glascontainer? Wie wichtig ist ihnen die Altstofftrennung überhaupt? Und achten sie bereits beim Einkauf von Lebensmitteln und Getränken auf die Recyclingfähigkeit von Verpackungen? Eine topaktuelle Studie des Market-Instituts gibt Antworten.

Kategorie: Sonstiges

Hohe Recyclingquoten sind ein Zeichen dafür, dass zirkuläres Wirtschaften funktioniert. Für Glasverpackungen erreichen wir in Österreich seit Jahren Recyclingquoten von über 80%. DI Eva Koller, Geschäftsführerin Austria Glas Recycling: „Leider werden Glasverpackungen manchmal in den Restmüll gegeben statt im Altglas entsorgt. Was hält Menschen davon ab, Glasverpackungen in den Glasbehälter zu geben? Die Erkenntnisse der Motivforschung sind für Austria Glas Recycling bedeutsam. Denn Glasverpackungen sind im Restmüll fürs Recycling verloren. Das ist aus ökologischen Gründen schade und fehlt in der Recyclingquote.“

Motivforschung 2026: Warum werden Glasverpackungen in den Restmüll gegeben?

Zum dritten Mal nach 2018 und 2022 führte das Market-Institut im März 2026 im Auftrag der Austria Glas Recycling eine Studie zur Erhebung des Wissensstands über Mülltrennung und der Bereitschaft der Bevölkerung, dabei mitzumachen, durch. Die für die österreichische Bevölkerung repräsentative Motivforschung fokussiert auf das richtige Entsorgen von leeren Glasverpackungen und gibt ein Gesamtbild zum Stellenwert der Mülltrennung im Zeitverlauf.

  • Stellenwert der Mülltrennung ist gesunken; ‚Faulheit‘ und ‚Bequemlichkeit‘ weiterhin Hauptmotive dafür, Glasverpackungen in den Restmüll zu geben

Im Vergleich zu den Studienergebnissen aus 2018 und 2022 ist der Stellenwert der Mülltrennung in Österreich gesunken. Mannigfaltige Krisen und viele Themen, die die Menschen aktuell beschäftigen, wirken sich aus. Nimmt man sogenannte ‚Müllsünden‘ genauer unter die Lupe, zeigt sich, dass Achtlosigkeit beim Mülltrennen weniger kritisch gesehen wird als vor 4 Jahren.

Man nimmt eine tolerantere Haltung ein, wenn die Mülltrennung nicht so genau genommen wird. Das gilt auch dafür, Glasverpackungen in den Restmüll zu geben. Immerhin knapp ein Fünftel der Befragten gibt an, Glasverpackungen häufig oder gelegentlich in den Restmüll zu geben, statt sie im Glascontainer zu entsorgen. Als Hauptgründe für mangelnde Entsorgungssorgfalt werden wie in den Jahren 2022 und 2018 ‚Faulheit‘ und ‚Bequemlichkeit‘ genannt. Spontan nennen 52% der Befragten diese Gründe. 2018 waren es 45%.

  • Glasflaschen werden überwiegend richtig entsorgt, Lebensmittelgläser leider nicht

Obwohl der Stellenwert der Mülltrennung gesunken ist, halten es nach wie vor 74% der Befragten für ein ‚klares NoGo‘, Glasflaschen in den Restmüll zu werfen. Doch auch diese Zustimmung liegt im rückläufigen Trend. 2018 und 2022 sprachen sich noch 83% der Befragten dafür aus, dass dies nie gemacht werden sollte.

Für Lebensmittelgläser wie zum Beispiel Marmeladegläser liegt der Wert mit 59% noch niedriger und weist ebenfalls absteigende Tendenz auf (71% in 2018).

  • Recyclingfähigkeit von Verpackungen gewinnt an Bedeutung

Heuer erstmals erhoben wurde, inwiefern es bereits beim Einkaufen von Lebensmitteln und Getränken eine Rolle spielt, ob die Verpackung des gewählten Produktes gut recycelt werden kann. Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, grundsätzlich darauf zu achten.

Manchmal sind Glasverpackungen so speziell gestaltet, dass sie schlecht recycelt werden können. Beispiele hierfür sind etwa Ummantelung aus Kunststofffolien, Flaschen mit vollflächigem Etikett aus Kunststoff oder auch lackierte Glasflaschen. Es zeigt sich: Knapp ein Drittel der Befragten versucht, Produkte mit schwer recycelbaren Glasverpackungen bewusst zu vermeiden.

Bequemlichkeit bremst Recyclingmotivation

Dr. Harald Hauke, Geschäftsführer Austria Glas Recycling: „Die Market-Studie zeigt Widersprüchliches auf. Einerseits gewinnt die Recyclingfähigkeit von Verpackungen an Bedeutung, andererseits nimmt die Motivation, sich an der Altstoffsammlung zu beteiligen ab. Weiters sehen wir in den Studienergebnissen, dass Gründe, die in den früheren Untersuchungen als motivationshemmend genannt wurden, deutlich an Argumentationskraft verlieren. Das gilt insbesondere für ‚Distanz zum Glasbehälter‘ oder ‚mangelndes Wissen‘. Die in den letzten Jahren stark forcierte Optimierung der Altglassammelinfrastruktur wird also gut angenommen. Und unsere konsequente Informationsarbeit trägt Früchte.“

Glas ist von der Natur fürs Recycling gemacht. Glasverpackungen können immer und immer wieder recycelt werden. Die Menschen in Österreich wissen prinzipiell, worauf es beim Entsorgen von Altglas ankommt. Sie sind mit der Infrastruktur zufrieden. Doch die Motivation, bei der Altglassammlung aktiv mitzumachen, muss wieder gestärkt werden.

Harald Hauke: „Wer Glasverpackungen sorgfältig entsorgt, leistet einen einfachen, aber wirkungsvollen Beitrag zum Naturschutz und zur Kreislaufwirtschaft. Darüber sollten wir wieder mehr sprechen.“

(Fotocredit: Austria Glas Recycling/Fotografen: Daniel Willinger und Moritz Scheer)