Die Zielgruppe für Windeln ist naturgemäß eingegrenzt, und somit auch das Absatzpotential – mehr als alle Babys trockenzuhalten, geht nicht. Die direkt von der Geburtenrate abhängigen Verkaufszahlen entwickeln sich in Österreich in den letzten Jahren leicht rückläufig. Gewachsen sind hingegen die Ansprüche der Eltern – und das hat dem Markt wertmäßig gut getan. „Wir beobachten eine Veränderung der Verbrauchergewohnheiten, denn Eltern bevorzugen zunehmend das Wickeln mit Höschenwindeln, die ein leichtes An- und Ausziehen ermöglichen. Dieses Segment allein verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten ein wertmäßiges Wachstum von fast 15%“, berichtet Astrid Schweiger, Verkaufsleiterin Babypflege & Damenhygiene Österreich bei P&G („Pampers“).
Doch auch auf die inneren Werte der Windel wird heute verstärkt geachtet. Tierversuchsfreie Produkte sowie solche ohne Parfüm oder Latex werden immer stärker nachgefragt. Bei Hipp bestätigt man ebenfalls ein gestiegenes Bewusstsein für den „Background“ der Windel, v.a. hinsichtlich des ökologischen Fußabdrucks: „Wichtige Aspekte für die Eltern sind z.B. die Kriterien des Blauen Engels, dass die in den Windeln verwendete Cellulose aus zertifiziert nachhaltigen Quellen kommt und CO2-neutral produziert wurde.“
Tatsächlich lässt sich selbst bei Einwegwindeln an vielen Rädchen drehen, um die Ökobilanz der Produkte zu verbessern. „Knapp zwei Drittel des ökologischen Fußabdruckes einer Windel stammen aus der Beschaffung und Produktion von Rohstoffen“, schildert etwa Astrid Schweiger, P&G, und berichtet von den Fortschritten, die „Pampers“ hier gemacht hat: „In den letzten 30 Jahren wurde das Gewicht einer ‚Pampers‘-Windel um 50% reduziert. Allein in den letzten fünf Jahren betrug die Rohstoffeinsparung für die gesamte Windeltragezeit eines Babys mit ‚Pampers‘ 21kg.“ Auch bei Hipp ist man bemüht, dem Nachhaltigkeits-Gedanken noch besser gerecht zu werden und setzt auf das Prinzip Müll vermeiden, Recyceln und Wiederverwerten. Bei Hello Mum ist es ebenfalls v.a. das Packaging, in dem man Optimierungs-Möglichkeiten verortet, etwa durch gezielte Materialeinsparung. Sehr stark auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist auch die Marke „Lillydoo“, die nach eigenen Angaben die weltweit ersten nach Made in Green von Oeko-Tex zertifizierten Windeln und mit „Lillydoo green“ außerdem seit dem Frühling eine klimaneutrale Linie anbietet. Nun geht man noch einen Schritt weiter: Ab sofort agiert das ganze Unternehmen klimaneutral.