Vanini“ ist eines jener Produkte aus dem Winkelbauer-Portfolio, das exemplarisch für das Unternehmen stehen könnte: Einst eine Spezialität, ist der Feigensenf aus dem Tessin heute begehrt bei vielen Verbraucher:innen, die Qualität suchen. Hannes Winkelbauer, GF und Eigentümer: „‚Vanini‘ ist unser ältestes Produkt im Sortiment. Zu Beginn war das eine Spezialität, etwas Besonderes im LEH, jetzt ist Feigensenf längst Mainstream. Und auch wenn viele andere Marken und Eigenmarken ausprobiert wurden – ‚Vanini‘ ist unique und verlässlich – und funktioniert bis heute.“
BRÜCKE. Das Beispiel „Vanini“ zeigt den Optimalfall einer erfolgreichen Vertriebspartnerschaft. Winkelbauer sieht die Aufgabe seines „Importhauses“ als Brücke zwischen internationalen Marken und nationalem Handel. Winkelbauer: „Unsere Aufgabe ist es, Nischen zu erkennen, die einen Mehrwert bringen und Marktbedürfnisse erfüllen – und dann alles, was es braucht, umzusetzen, damit ein Produkt im Handel stehen kann.“ Damit nimmt man dem Handel und den Produzenten wesentliche Schritte ab – vom Trendscouting, der Logistik bis hin zum Qualitätsmanagement. Nicht jede Idee funktioniert natürlich, denn manchmal sind die Vorstellungen bzw. Bedürfnisse der beteiligten Parteien einfach zu weit voneinander entfernt. Winkelbauer: „Du hast gewisse Umstände auf beiden Seiten, die sind nun mal gegeben – und dann macht man’s, oder auch nicht.“ Manchmal läuft es aber auch andersherum, und der Handel will ein Produkt, das gerade hypt, unbedingt haben, so wie aktuell die Gen Z-Mais-Snacks „Takis“, für die Winkelbauer den Exklusiv-Zuschlag für Österreich erhalten hat. Winkelbauer: „Wir sind gut vernetzt und kennen viele – ein bisschen Glück muss man natürlich auch haben. Aber dennoch: Dass sich eine Marke dann für uns als Partner entscheidet, sagt schon etwas aus über uns.“
NEUZUGÄNGE. Langfristig sind für Winkelbauer jedenfalls Qualität und Geschmack sowie große Gastronomie-Trends eher entscheidend als TikTok-getriebene Peaks. Die Küchen Asiens sind z.B. ein Steckenpferd (mit Marken wie „Blue Elephant“ oder „Yutaka“) und großes Potential sieht man aktuell insbesondere in der koreanischen Kulinarik und dem Neuzugang „bibigo“. Winkelbauer: „Koreanische Restaurants und Gastronomiekonzepte sind stark im Kommen und die Marke ‚bibigo‘ tritt crazy und bunt wie K-Pop auf – das ist sicher ein Thema, das funktionieren wird.“ Mit „bibigo“ kommen neben „Gyoza“ (tiefgekühlt) v.a. bereits aus Asia-Shops bekannte Produkte, wie „Gochujang“ und „Kimchi“ in authentischer Qualität in die Regale des konventionellen LEH. Viel Genuss und Umsatzpotential darf man sich zudem von der Vertriebsübernahme der britischen Marke „Gü“ erwarten, die Winkelbauer jetzt zusätzlich zum gekühlten Bereich auch in die TK-Abteilungen bringt.
GUTE BASIS. Ein Drittel des Umsatzes macht Winkelbauer mittlerweile mit eigenen Marken, wie „Deli Dip“, „Wild Bill, „Everest“ oder „Lysoform“. Diese Basis soll in Zukunft weiter ausgebaut werden, auch wenn das Kommen und Gehen von Vertriebspartnern natürlich zu einem lebendigen Arbeitsumfeld dazu gehört. Winkelbauer: „Eigene Marken bringen etwas Ruhe und Verlässlichkeit ins Unternehmen.“ So freut man sich z.B. bei „Deli Dip“ mit einem wertmäßigen Marktanteil von 23,2% (Nielsen IQ, Hummus, MAT KW 26/2025, LH exkl. H/L) über die Marktführerschaft im Segment Hummus. Winkelbauer: „Die Marke hat sich super etabliert und ist seit 2021 kontinuierlich jene Marke mit dem höchsten Umsatz im Segment. Die Marktführerschaft erweist sich als stabil.“ Und Stabilität ist aktuell sowohl für Produzenten als auch Distributeure, den Handel und die Verbraucher:innen ein hoch geschätztes Gut.

