KALT-WARM. Den größten Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck eines Waschmittels hat jedoch der Konsument selbst, denn er entscheidet über die Waschtemperatur und diese bestimmt die Ökobilanz tatsächlich maßgeblich mit. Dies ist den Konsumenten zu einem guten Teil bereits bewusst. 58% der Befragten gaben in genannter Ipsos-Studie an, Produkte zu bevorzugen, die bei niedrigen Temperaturen perfekt reinigen und somit auch Strom sparen. Ein Thema, das vielen Herstellern ein Anliegen ist und das etwa P&G aktuell unter dem Motto „Jedes Grad zählt“ weiter befeuert. So weist man die Konsumenten im Rahmen einer Kampagne für die „Ariel All in 1 Pods“ darauf hin, dass schon die Reduktion von 40 auf 30°C bis zu 35% Strom einspart. „Würden alle Haushalte bei 30°C waschen, würden wir pro Jahr 3,5 Mio. Tonnen CO2 einsparen“, so Björn Sievers, P&G. Gewaschen wird jedoch in Europa immer noch durchschnittlich bei 42,6°C – also schlicht zu heiß.
WISSEN IST MACHT. Nötig wäre das schon lange nicht mehr, wobei dies auch der umfangreichen Forschungstätigkeit der Unternehmen zu verdanken ist. Henkel etwa investiert insgesamt rund 2,5% seines Umsatzes in Forschung & Entwicklung. „Denn“, so General Manager Jaroslava Haid-Jarkova, „die Produktleistung lässt sich immer verbessern, durch verbesserte Rezepturen oder durch neue Inhaltsstoffe.“ Und auch Birgit Fritz von Unilever betont: „Unilever investiert 1 Mrd. € in die Entwicklung von Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln mit erheblich geringeren Umweltbelastungen.“ Eines der Ergebnisse dieser umfangreichen Forschungsarbeit: Künftig kommen bei Unilever nur Inhaltsstoffe aus nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen zum Einsatz.
NEGATIV. Ein Thema, das (hoffentlich) kein langfristiger Megatrend wird, aber pandemiebedingt aktuell große Relevanz für die Verbraucher hat, ist Hygiene – und dies ist auch am Waschmittelmarkt spürbar. Das „Thema Hygiene prägt den Waschmittel-Markt derzeit stark“, ist Birgit Fritz von Unilever überzeugt. Der Launch von „Omo Hygienische Frische“ kommt da wohl gerade recht. Auch Reckitt Benckiser platziert dieser Tage eine passende Neuheit am Markt, nämlich den „Sagrotan Wäsche-Hygienespüler Himmelsfrische“, der 99,9% der Bakterien, Pilze sowie spezielle Viren (ja, auch Covid-19) bei einer Waschtemperatur von 20°C entfernt. Und gerade in Zeiten, wo dem Waschmittel eine so hohe Verantwortung zukommt, tritt zugleich eine weitere Entwicklung zutage. Henkel-General Manager Jaroslava Haid-Jarkova: „Bewährte, traditionsreiche Marken sind für die Konsumenten wichtiger geworden. Unsere Universalwaschmittel-Marken haben es YTD 2021 geschafft, Marktanteile zu gewinnen und noch stärkere Player auf dem Markt zu werden. Der höchste Anstieg des Marktanteils ist YTD 2021 bei ‚Persil‘ mit + 0,8%p auf 30,5% zu sehen.“
SO WÄSCHT MAN. Gewaschen wird heute also möglichst nachhaltig und zugleich am liebsten mit Produkten starker Marken, die den Aufwand gering halten. Der Wunsch nach Waschmitteln, die ein Hygiene-Plus versprechen, wird wohl ebenfalls am Markt noch ein Weilchen spürbar bleiben.