Echte Wiener

Henkel produziert in Wien Erdberg flüssige Wasch-und Reinigungsmittel unterschiedlicher Marken.

Beim Stichwort Herkunft mag man zuerst an Lebensmittel denken, doch auch im Nonfood-Bereich wird darauf immer stärker geachtet. Wir haben bei Jaroslava Haid-Jarkova, General Manager Österreich Henkel Consumer Brands, nachgefragt, inwieweit Herkunfts-Argumente bei Henkel eine Rolle spielen.

Kategorie: Nonfood

PRODUKT: Welche Henkel-Produkte werden in Österreich hergestellt?

Haid-Jarkova: Wir produzieren flüssige Wasch- und Reinigungsmittel in unserer Fabrik in Wien, und zwar Produkte der Marken „Persil“, „Weißer Riese“, „Pril“, „Silan“, „fewa“ und „Clin“.

PRODUKT: Und welchen Stellenwert haben diese Produkte für das Henkel-Geschäft insgesamt betrachtet?

Haid-Jarkova: In den jeweiligen Kategorien einen großen, weil wir hier in Österreich Nummer 1- oder Nummer-2-Marktpositionen besetzen.

PRODUKT: Inwieweit achten die Österreicher:innen denn bei Nonfood-Produkten überhaupt auf die Herkunft?

Haid-Jarkova: Die Herkunfts-Priorität ist natürlich bei den Konsument:innen in Bezug auf den Lebensmittelbereich die größte, weil damit Rohstoffe wie Milch, Gemüse, Obst, Fleisch oder Getreide ganz konkret mit Regionen emotional verbunden werden. Unsere Marktforschung zeigt jedoch, dass die Menschen ganz grundsätzlich über den Absender von Produkten mehr wissen wollen. Nicht nur, wo sie produziert werden, sondern auch wie sie produziert werden, wie nachhaltig produziert wird, wie sich die Logistik gestaltet etc. Die gesamte Wertschöpfungskette rückt damit in den Vordergrund des Interesses. Bei Henkel haben wir den Vorteil, dass wir Nachhaltigkeit schon immer aus diesem gesamtheitlichen Blickwinkel betrachtet haben. Unseren ersten umfassenden Nachhaltigkeitsbericht publizierten wir 1992. Heute zeugen etwa das Gold-Ranking bei EcoVadis, dem weltweit größten und zuverlässigsten Anbieter von Nachhaltigkeitsbewertungen, sowie der SBTi Corporate Net-Zero Standard („Science Based Targets Initiative“), der aktuelle „Goldstandard“ für Klimaziele, für unser entsprechendes Engagement.

PRODUKT: Welche Rolle spielt die österreichische Herkunft in Ihrer Kommunikation?

Haid-Jarkova: Wir setzen die Österreich-Herkunft für das entsprechende Sortiment einmal im Jahr ganz bewusst und stark in den Kommunikations-Mittelpunkt. Heuer gibt’s bereits die 6. Auflage der Promotion, die bei unseren Handelskunden unter dem Motto „Mit reinem Gewissen“ läuft. Dabei steht unser gesamtes Wien-Sortiment, also „Persil“, „Weißer Riese“, „Pril“, „Silan“, „fewa“ und „Clin“, im Mittelpunkt von PoS-Aktivitäten und umfangreicher Werbung, darunter auch Kampagnen auf Social Media, YouTube und Kooperationen mit Influencern.

PRODUKT: Bitte um ein paar Zahlen und Fakten zum Werk in Wien: Mitarbeiter:innen, Fläche, Alter, Besonderheiten, Geschichte…

Haid-Jarkova: Wir sind sehr stolz auf unser Werk Wien, das es seit 1927, also seit fast 100 Jahren, gibt. Ein Werk, in dem aktuell 175.000 Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel im Herzen einer Millionenstadt – in unserem Fall rund 1,9 Kilometer vom Stephansdom entfernt – produziert werden, ist wahrscheinlich weltweit einzigartig. Gegründet wurde der Standort noch von Fritz Henkel persönlich, der es damals gemeinsam mit dem Wiener Unternehmer und Inzersdorfer-Schöpfer Gottlieb Voith aus der Taufe hob. Seit 2018 ist unser Werk EMAS-zertifiziert, das ist hierzulande die höchste staatliche Umweltmanagement-Auszeichnung. In den Waschmittelgel-Verpackungen von „Persil“ und „Weißer Riese“ wird bereits 50% recyceltes Plastik verwendet, bei der Hauptpackungsgröße von „fewa Gel“, „Silan“ und bei „Pril“ sowie bei den „Clin“-Verpackungen liegt der Anteil bereits bei 100% rPET.

PRODUKT: Vielen Dank für das Gespräch!