Eine neue Hoffnung

Die heimischen Brauereien haben es gerade nicht leicht – Konsument:innen reduzieren den Alkoholkonsum und somit auch jenen von Bier. Die Branche sieht darin einen strukturellen Wandel, der gleichzeitig eine Chance für AF-Bier offenbart.

Kategorie: Food

Der Bierausstoß belief sich laut dem Verband der Brauereien Österreichs im Jahr 2025 (inkl. AF-Bier und Exporten) auf 9,25 Mio. HL – das entspricht einem Minus von 7,1% im Vergleich zum Vorjahreswert aus 2024. Die Inlands-Produktion von Bier und alkoholfreiem Bier lag bei 7,88 Mio. HL, der Export kam auf 1,37 Mio. HL. Das Inlands-Minus fiel mit 6,1% deutlich aus; jenes im Export beträgt sogar 12,4%.

WENIGER. Diese Entwicklung spiegle strukturelle Veränderungen im Konsumverhalten und im Marktumfeld wider, so der Brauereiverband: „Demografische Verschiebungen, ein verändertes Genussverhalten sowie eine gedämpfte wirtschaftliche Grundstimmung lassen die Sparquote steigen und die Ausgaben für Konsumgüter sinken. Die Konsolidierung im Absatz ist dabei kein österreichisches Phänomen: In ganz Europa sowie über alle Getränkesegmente hinweg mussten Produzenten 2025 teils deutliche Absatzverluste hinnehmen“, erklärt Obmann Karl Schwarz. Von dem Rückgang ist auch der Außer-Haus-Bereich betroffen: Teuerungsbedingt werde weniger konsumiert, und unter den „klassischen Genussstätten für Bier“ wie Wirtshäusern grassiere eine Schließungswelle, weiß Brauerei-Verbands-GF Florian Berger zu berichten (Interview S. 70). Karl Schwarz spricht von „mehreren Hundert Betrieben, die in den vergangenen Jahren vom Markt verschwunden sind“ – mit klar spürbaren Auswirkungen auf die Brauproduktion.

MEHR. Alkoholfreie Biere machen aktuell rund 4% des Inlandausstoßes aus – Tendenz stetig steigend. Schwarz und Berger erachten künftig 10% als möglich, da befände man sich im Bereich großer (AF-)Biernationen wie Deutschland und Tschechien. Florian Berger sieht in diesem Segment große Möglichkeiten für die heimische Brauwirtschaft. Einerseits werden AF-Biere konsument:innenseitig immer beliebter, andererseits sorgt die technologische Weiterentwicklung dafür, „dass zwischenzeitig alkoholfreie Biere geschmacklich den Vergleich mit dem Original nicht mehr zu scheuen brauchen“, so Karl Schwarz. Zahlreiche heimische Brauereien konnten im vergangenen Jahr mit Neuprodukten punkten. Das zeigt sich auch in den Zahlen: Im ersten Quartal 2025 – in das der zunehmend beliebte „Dry January“ fällt – legte der Absatz alkoholfreier Biere gegenüber dem Vorjahr um rund 10% zu. Zum Jahresende gewann die Dynamik nochmals deutlich an Fahrt: Im vierten Quartal betrug das Plus sogar rund 15%.