Ein Schuss Sirup ins Glas, mit Wasser aufgießen – fertig. Hinzu kommt wenig Platzbedarf im Regal (am PoS gleichermaßen wie zuhause im Vorratsschrank) sowie eine lange Haltbarkeit – diese Aspekte ziehen freilich weiterhin, wie die Marktzahlen zeigen: „Der Sirup-Markt ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr im Wert leicht rückläufig, mengenmäßig aber leicht gewachsen“, beschreibt Julia Reiter, CMO Darbo AG, die Entwicklungen (NIQ, AT LEH exkl. H/L, Jahr 2025 und YTD 2026 bis 25/01/26) – und geht auch gleich auf einen Aspekt ein, der für die Kategorie zuletzt durchaus förderlich war: „Ich denke, dass unter anderem die Einführung des Einwegpfands einen positiven Effekt auf die Mengenentwicklung im Segment Sirup hatte.“ Neben diesen veränderten Rahmenbedingungen war es aber insbesondere auch das gute Trendgespür der Markenartikler, die ihre Sirupe zunehmend auf aktuelle Wünsche der Konsument:innen anpassen und die Kategorie so upgraden.
REDUZIERT. Bei Darbo beobachtet man etwa, dass sich das gestiegene Ernährungsbewusstsein am Sirup-Markt bemerkbar macht. Julia Reiter: „Ein Trend, der auch im Jahr 2026 eine wesentliche Rolle spielen wird, ist Zuckerreduktion.“ Eine Anforderung, der die Marktteilnehmer natürlich längst gerecht werden, so auch Darbo. Julia Reiter: „Wir bieten zuckerreduzierte Sirupe in den Sorten ‚Holunderblüte‘, ‚Sizilianische Zitrone‘ und ‚Schwarze Johannisbeere-Zitrone‘ an. Diese Sirupe enthalten 30% weniger Zucker als herkömmliche Sirupe. Mit der Umsatzentwicklung sind wir sehr zufrieden: Die zuckerreduzierten Sirupe verzeichneten eine Umsatzsteigerung von mehr als 13% im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr (NIQ, AT LEH exkl. H/L, Jahr 2025 und YTD 2026 bis 25/01/26).“
Bei Almdudler will man das Potential ebenfalls verstärkt nutzen und bringt deshalb den „Almdudler Sirup zero sugar“ auf den Markt. Dieser soll mit 30% weniger Zucker, aber dem charakteristischen Alpenkräutergeschmack punkten. „Damit kommen wir den Wünschen all jener ‚Almdudler‘-Fans nach, die bewusst auf Zucker verzichten möchten, aber keinesfalls auf das unverwechselbare ‚Almdudler‘-Geschmackserlebnis“, erläutert Geschäftsführer Gerhard Schilling und merkt an: „Das Sirup-Sortiment entwickelt sich sehr erfreulich, die Zero-Variante ist daher ein logischer und zeitgemäßer Schritt in unserer Sortimentserweiterung.“
In eine ähnliche, aber doch andere Kerbe schlägt „Chiefs“. Die Marke (im Exklusiv-Vertrieb von Conaxess Trade Austria), die man in erster Linie von Proteinriegeln und Drinks kennt, bietet auch Sirup an – in einem Format, das für die Kategorie noch untypisch ist: „Chiefs Syrup Zero“ ist im 65ml-Fläschchen zu haben und eignet sich so natürlich auch bestens für den Einsatz unterwegs. Der Inhalt reicht für die Zubereitung von 8L fertigem Getränk, das zucker- und kalorienfrei ist und somit einen perfekten Durstlöscher darstellt.
SCHÖN IM GLAS. Manchmal geht es aber gar nicht vorrangig um den Durst, sondern um den Wunsch nach einem schönen Getränk im Glas, etwa als Aperitiv, als Sundowner, zur Einstimmung auf den Feierabend etc. – immer öfter zu diesen Gelegenheiten übrigens am liebsten ohne Alkohol. Auch für solcherlei Situationen taugt Sirup. Insbesondere in erwachsenen Varianten, wie sie beispielsweise Höllinger anbietet. „Aperitivo“, „Mojito“, „Limoncello“, „Virgin Tonic“ und neuerdings auch „Bellini“, „Strawberry Daiquiri“ sowie „Piña Colada“ lassen sich mit den entsprechenden „Höllinger Cocktail Syrup“-Produkten wortwörtlich im Handumdrehen herstellen. Geschäftsführer Gerhard Höllinger verortet hier großes Potential: „Das Thema ‚alkoholfrei‘ ist ein absoluter Megatrend. Das Bedürfnis der Konsument:innen, nach hochwertigen, authentischen Alternativen zu alkoholhaltigen Produkten zu suchen, ist entsprechend hoch. Gefragt sind Lösungen, die geschmacklich überzeugen, in der Zubereitung unkompliziert sind und auch optisch im Glas dem klassischen Pendant in nichts nachstehen.“
WAS DRIN IST. Zunehmend achten die Konsument:innen natürlich auch im Sirup-Bereich auf die Inhaltsstoffe – wenn die Zutatenliste kurz ist bzw. mit viel Natürlichkeit punktet, dann sind das oft entscheidende Argumente. Die neuen „Höllinger Cocktail Syrupe“ kommen deshalb in Bio-Qualität. Bei Darbo nimmt man ebenfalls ein erhöhtes Bewusstsein dafür wahr, was drin ist – oder eben nicht. CMO Julia Reiter: „Immer mehr Konsument:innen möchten genau wissen, was in den von ihnen gekauften Produkten enthalten ist. Darbo steht seit jeher für höchste Qualität und die Natürlichkeit der verarbeiteten Zutaten. Dazu gehört auch der Einsatz außergewöhnlich hoher Fruchtmengen bei unseren ‚darbo‘-Sirupen. Seit dem Frühjahr 2025 kommunizieren wir die verarbeitete Menge an Früchten prominent auf den Etiketten.“ Zusätzlich wurden die verarbeiteten Fruchtmengen auch intensiv im Rahmen einer umfangreichen 360°-Image-Kampagne via TV, Digital, Social Media, OoH und Print kommuniziert. Bei der heuer (ab Mai) neu eingeführten Sommersorte „Sizilianische Orange“ sind es beispielsweise 2,7kg Orangen pro Flasche.
ON TOP. Zutaten, die sich sehen lassen können und zusätzliche Konsum-Anlässe, die Sirup ergänzend zur schnellen, praktischen Lösung auch verstärkt ein Image als hochwertiges Genussprodukt verleihen – dies sind also die Schlagworte, mit denen die Brands heuer bei den Konsument:innen punkten wollen.