Flaschendrehen

Zwei Drinks im Wettbewerb – was bestellt die Redaktion?

Kategorie: Professional

Für viele ist Gin & Tonic die sichere Bank auf der Cocktailkarte – und wird trotzdem nie langweilig. Nicht zuletzt dank des immensen Gin-Angebots, das von floral bis fruchtig für nahezu jeden Geschmack die passende Variante bereithält. In der diesmaligen Verkostung tritt ein Klassiker gegen einen Gin mit modernem Twist an: „Hendrick’s Gin“ vs. „Another Hendrick’s Gin“.

FLASCHE. „Jö, Braut und Bräutigam“, freut sich eine Verkosterin beim Anblick der beiden Flaschen. Das Original in klassischem Schwarz, „Another“ in strahlendem Weiß – beide in der charakteristischen „Hendrick’s“-Form, die uns ein wenig an antike Keksdosen erinnert. „Da macht eine Lust auf die andere“, sind wir uns einig. Und gleichzeitig sehr froh, dass wir Gin verkosten dürfen und keine trockenen Kekse knabbern müssen.

DUFT. Wir beginnen mit einer genaueren Untersuchung der Kandidaten und starten mit dem Duft. Beide zeigen sich angenehm zurückhaltend, zugleich aber ausgesprochen aromatisch. „Hendrick’s Gin“ überrascht uns mit seiner dezenten Wacholdernote – eingebettet in feine Rosenanklänge und eine Frische, die unverkennbar an Gurke erinnert. Im „Another Hendrick’s Gin“ treten die Orangen- und Kakaonoten, die die neue Variante prägen, deutlich hervor. Unsere Neugier ist geweckt.

GESCHMACK. Wie der Duft bereits vermuten ließ, verzichtet das Original auf das typische „Wacholder-Bäm“ vieler Gins – sehr zur Freude der gesamten Verkostungsrunde. Stattdessen entfaltet sich ein vielschichtiges Aromenspiel auf unseren Gaumen. „Da steckt viel Feinarbeit drin“, lautet ein Urteil, dem sich alle anschließen. Auch der „Another“ überzeugt mit feinen Nuancen, in die sich sanfte Orangentöne mischen. Im Abgang zeigt sich schließlich auch der Kakao, der dem Gin ein überraschend weiches Mundgefühl verleiht – etwas, das wir bei Gin so nicht erwartet hätten.

TONIC. Im Zusammenspiel mit Tonic erweist sich das Original als perfekte Basis für einen tiefenentspannten Gin & Tonic. Kulinarische Begleitung ist dabei kein Muss. Falls doch etwas auf den Tisch kommt, würden wir zu Gegrilltem greifen – oder ganz klassisch zu Fish & Chips. Der „Another“ spielt auch im Drink seine Trumpfkarte, die harmonische Verbindung von Orange und Kakao, wunderbar aus. Dazu würden wir uns ein feines Mousse au chocolat oder Crêpes Suzette wünschen.

FAZIT. Beide Gin-Varianten machen Freude und passen von der Strandbar über das Wirtshaus bis hin zur gehobenen Cocktailbar – daran herrscht für uns kein Zweifel. Am Ende gibt jedoch der überraschende Twist den Ausschlag.

Das Ergebnis: 4:1 für „Another Hendrick‘s Gin“