Es ist eigentlich ganz einfach: Genauso wie wir sollten Kakao-Produzenten für ihre Arbeit so entlohnt werden, dass zumindest die Ausgaben für Wohnen, Essen oder Gesundheitsversorgung gedeckt sind. Dass dieser Anspruch in der Realität wiederum nicht so einfach umzusetzen ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung zur Einkommenssituation der Kakao-Produzenten in Côte d’Ivoire: Die Mehrheit der Kakao-Bauernfamilien lebt nach wie vor unterhalb der Armutsgrenze. Als direkte Reaktion darauf wird der Fairtrade-Kakao-Mindestpreis ab Oktober 2019 um 20 Prozent erhöht. Zusätzlich dazu sorgen die Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte sowie die verpflichtenden ökologischen und sozialen Standards für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort. Diese positiven Effekte wirken jedoch nur, wenn die Kakaobohnen auch zu Fairtrade-Bedingungen abgesetzt werden können, das ist derzeit nur bei weniger als 50% der Ernte der Fall.
Österreich nimmt in Europa eine Vorreiterrolle ein: Im Jahr 2017 wurden 2.535 T Fairtrade-Kakao eingesetzt (+11,6%). Positive Effekte hatte die neue Option, Einzelzutaten einer Schokolade (z.B. nur Kakao, nicht aber Zucker) Fairtrade zu zertifizieren. Darüber hinaus hat sich Fairtrade als verlässlicher Partner beim Aufbau und die unabhängige Kontrolle fairer Lieferketten für Schokoladeproduzenten etabliert. Das freut uns, denn nur gemeinsam mit engagierten Unternehmen können wir echte Veränderung einer gesamten Branche bewirken.