Für mehr als Durst

Starke Frauen mit starken Ideen: Irina Sonnleitner, GF Eckes-Granini Österreich, und Sandra Grünberger, Head of Marketing (© Antonio Bayer für Eckes-Granini)

In schwierigen Zeiten ist es für viele Konsument:innen naheliegend, den Durst am Wasserhahn zu stillen. Für Getränkehersteller gilt es deshalb, mehr zu bieten als bloße Erfrischungen – und genau das ist die Strategie, mit der Eckes-Granini sein Sortiment für Verbraucher:innen und den Handel relevant halten möchte.

Kategorie: Food

Der Getränkemarkt ist im Wandel“, schildert Geschäftsführerin Irina Sonnleitner anlässlich unseres Besuchs bei Eckes-Granini in St. Florian. Sparsames Verhalten der Konsument:innen setze die Kategorie unter Druck und die Hersteller unter Zugzwang. „Unser größter Mitbewerber ist die Wasserleitung“, so Sonnleitner.  Gefragt sind Getränke mit echtem Mehrwert. „Alle Zutaten dafür haben wir bereits im Haus“, schildert Sonnleitner bezugnehmend auf ihr Markenportfolio. „hohes C“ stehe seit Jahrzehnten für Vitamine und Gesundheit, „Yo“ für Individualisierung und „Pago“ für hochwertigen Genuss. Nun werden die Brands jeweils entlang aktueller Trends weiterentwickelt. Im Fokus stehen dabei die Themen Gesundheit, Funktionalität und Convenience, mit denen man bei den Verbraucher:innen punkten kann. Denn, so Sonnleitner: „Die Konsument:innen wollen nicht mehr wählen zwischen Genuss und Gesundheit – sie verlangen beides, und zwar möglichst unkompliziert.“ Die Themen Gesundheit und Wohlbefinden gelten seit nunmehr fünf Jahren durchgehend als stärkster Konsumtrend bei alkoholfreien Getränken in Europa. Passend dazu hat auch das Stichwort „No-and-Low-Alcohol“ längst den Mainstream erreicht. Aufschlussreich waren für Eckes-Granini auch Erkenntnisse aus der aktuellen Ö3-Jugendstudie, laut derer für die 16- bis 25-Jährigen zunehmend Stichworte wie Nachhaltigkeit, bewusste Ernährung und Sinnhaftigkeit kaufentscheidend sind. Im Unternehmen gilt deshalb die Devise, genau diese Konsument:innenwünsche mit einzigartigen Produkten zu erfüllen. Sonnleitner: „Unser Ziel ist Wachstum durch Differenzierung, nicht durch Austauschbarkeit.“

AKTIV. Die Produktentwickler haben diese Strategie bereits aufgegriffen – eines der Ergebnisse ist „hohes C Vitamin Water Electrolytes“, mit dem die Marke auch eine jüngere Zielgruppe besser ansprechen soll. Dahinter steckt ein Getränk mit 10% Fruchtgehalt in den Sorten „Zitrone Limette“ und „Grapefruit Zitrone“, das mit einem Elektrolytmix aus Calcium und Magnesium sowie einem Vitaminkomplex punkten soll. Weiters kommt es ohne Zuckerzusatz und ohne Süßungsmittel aus, der Kaloriengehalt liegt bei 7–8kcal pro 100ml. Das Konzept spielt sich in einem aufstrebenden Segment ab: Die sog. Functional Waters wachsen lt. Eckes-Granini zweistellig. Die 2024 lancierte „hohes C Vitamin Water“-Linie, die nun um die „Electrolytes“-Varianten ergänzt wird, wuchs 2025 um 23% vs. Vorjahr. Außerdem stößt man mit „hohes C“ in eine weitere neue Kategorie vor: Mit dem „hohes C Vitamin C-irup“ präsentiert man einen hochkonzentrierten Sirup in einer 65ml-Squeeze-Flasche, der Wasser in ein funktionelles Getränk verwandelt. Drei Sorten („Refresh“, „Active“ und „Vitalize“) sind zu haben – zucker- und kalorienfrei sowie reich an Vitamin C – 1L fertiges Getränk deckt 75% des empfohlenen Tagesbedarfs. Ein Paradebeispiel dafür, wie Eckes vorhandenes Know-how und Kompetenzen markenübergreifend nutzen möchte.

MAKE IT SIMPEL. Apropos Sirup: Diese kommen nicht nur dem Convenience-Wunsch der Konsument:innen nach, sondern sprechen auch jene an, die sich beim Getränkekauf sparsam verhalten. Aber auch der anhaltende Mocktail-Trend wird von „Yo“ nun abgedeckt, und zwar mit den neuen Cocktail-Sirupen „Aperitivo“ und „Mojito“, die einfach mit Sprudelwasser gemischt werden. „Das ist auch für die Gastronomie bestechend einfach und bietet schöne Deckungsbeiträge“, so GF Iris Sonnleitner.

IM ALLTAG RELEVANT. Hinter der Strategie, Getränke so zu gestalten, dass sie allen Beteiligten – vom Hersteller über den Handel bis zu den Konsument:innen – Freude machen, bleibt freilich das Credo „Best of Fruit“ weiterhin das Herzstück der Unternehmens-DNA. „Aber wir denken es heute breiter“, so Sonnleitner. „Näher an den Bedürfnissen der Konsument:innen und stärker entlang ihres Alltags. Das Getränk muss sich den Menschen anpassen – nicht umgekehrt.“