Mischek-Moritz: ECR steht für Efficient Consumer Response und widmet sich der Herausforderung, den Handel und die Industrie zusammenzubringen, um Dinge im kooperativen Stil zu bearbeiten und so im Endeffekt für den Konsumenten ein besseres Service bzw. ein besseres Produkt zu erreichen. Unser Kernthema ist die Blickweise auf die gesamte Wertschöpfungskette von der Supply Chain bis hin zum Sortimentsmanagement und der Platzierung am Point of Sale.
Mischek-Moritz: Als ECR in den 90ern gegründet wurde, ging es v.a. um Prozessoptimierungen. Heute steht „Efficient“ aber für mich auch für die Schlagworte nachhaltig, serviceorientiert, Einkaufserlebnis – sowohl online als auch offline. ECR sieht sich als neutrale Plattform, die gemeinsame Lösungen finden soll. Ein gutes aktuelles Beispiel ist etwa der Bereich Lebensmittelverschwendung.
Mischek-Moritz: ECR Österreich basiert auf vier Säulen. Die erste ist der ECR Infotag als Netzwerkveranstaltung, die die Branche über den Tellerrand schauen lässt und wo es auch darum geht, Zukunftsthemen aufzuzeigen. Ein weiterer wichtiger Bereich und sozusagen das Herzstück von ECR sind unsere Arbeitsgruppen. Hier geht es darum, die Themen, die der Branche unter den Nägeln brennen, zu finden und zu überlegen, welche Ziele wie beispielsweise Standardisierungen man hier gemeinsam erreichen kann. Die dritte Säule ist unsere Weiterbildung mit ganz speziellen ECR-Inhalten, die für die Branche maßgeschneidert worden sind. Die vierte ist die internationale Säule der ECR Community, also einen Austausch mit anderen Ländern zu ermöglichen und Projekte international voranzutreiben. Nicht über die Grenzen zu schauen, wäre im 21. Jhdt. wohl kontraproduktiv.
Mischek-Moritz: Die letzte haben wir vor dem Sommer gestartet, und zwar zum Thema On Shelf Availability. Das ist ja eigentlich vom Thema her ein alter Hut, aber hier geht es unter anderem darum, den Unterschied zwischen out of stock and out of shelf aufzuzeigen. Oft schafft die Ware nicht den Weg ins Regal, wo neue digitale Technologien vielleicht Abhilfe schaffen können. Ein anderes Ergebnis einer Arbeitsgruppe ist unsere Bilddaten Guideline, die erstmals technische und perspektivische Mindestanforderungen an ein Bild definiert und von Handel wie Industrie gleichermaßen sehr positiv aufgenommen wird.
Mischek-Moritz: Wir bieten drei verschiedene Kurse: den zertifizierten ECR Manager Kurs, der insbesondere für Job Beginner zu empfehlen ist und in dem es v.a. darum geht, die Grundidee der Kooperation zu vermitteln und den Teilnehmern Einblicke in die Arbeit und Sichtweiten ihres Gegenübers aus Handel bzw. Industrie zu geben. Außerdem gibt es den zertifizierten ECR Austria Kurs zum Supply Chain Manager, wo nicht nur Wissen vertieft, sondern an einem konkreten Praxis-Projekt gearbeitet wird. Dieselbe Praxis-Orientierung gilt auch für unseren zertifizierten ECR Austria Kurs zum Category & Shopper Marketing Manager.
Mischek-Moritz: Der ECR Infotag findet heuer am Donnerstag, dem 15. November, im Austria Trend Hotel Pyramide in Vösendorf statt. Unser Motto ist heuer: „Think digital – Act real“. Konkret geht es hier um das Zusammenspiel von Mensch und Maschine im konstruktiven, positiven Sinn. Wir haben die Vorträge diesmal sehr international ausgelegt. Passend zum Thema werden übrigens auch Roboter vor Ort sein. Und die allseits beliebte Podiumsdiskussion mit Armin Wolf darf natürlich nicht fehlen. Außerdem wird es mehr Zeit fürs Netzwerken geben.
Mischek-Moritz: Neben der Geschäftsführer-Ebene, Verkaufs- und Einkaufsdirektoren, Verantwortungsträgern aus Logistik und IT ist der Infotag auch eine super Chance für Unternehmen, um ihre „High Potentials“ zu belohnen. Die Themen der Vorträge sind insbesondere auch für ein jüngeres Publikum wirklich spannend. Ich glaube nicht, dass es viele Veranstaltungen hierzulande gibt, die so eine internationale und zukunftsorientierte Ausrichtung aufweisen.
Mischek-Moritz: Eine der größten Herausforderungen, aber zugleich auch Chancen für die Branche ist das Thema Digitalisierung, da es jede/n egal ob privat oder geschäftlich trifft. Aber auch Entwicklungen rund um Verpackung und insbesondere Kunststoff werden unsere Kreativität fordern.
Mischek-Moritz: Ich bin ja praktisch in dieser Branche groß geworden, war dann aber viele Jahre im Ausland. Es war und ist sehr inspirierend zurückzukommen, viele ehemalige Mitstreiter in anderen Rollen wieder zu treffen und all diese Leute zu motivieren, gemeinsam an einem Strang zu ziehen – zum Wohl der FMCG-Branche. Wenn der Kooperationsgedanke fruchtet und sich die Unternehmen an einen Tisch setzen, dann halte ich das für den einzig richtigen Weg im 21. Jahrhundert.