PRODUKT: Wie können Gastronom:innen die Bierausschank erfolgreich für sich nutzen?
Kolarik-Leingartner: Mit rund 100 Litern Pro-Kopf-Verbrauch zählt Österreich weiterhin in Europa zu den Spitzenreitern beim Bierkonsum. Hier können sich auch professionelle Gastgeber:innen profilieren, denn Bier lebt von Vielfalt, Qualität, dem richtigen Moment – und der perfekten Schanktechnik. Gastronom:innen profitieren besonders dann von der Bierausschank, wenn Bier als echtes Genusserlebnis inszeniert wird. Sobald das Bier ins Glas fließt, sich die Schaumkrone bildet und der erste Schluck folgt, erleben viele Gäste ihren kleinen Höhepunkt des Tages.
PRODUKT: Ist dabei auch das „Wie“ entscheidend?
Kolarik-Leingartner: Eine gut gewartete Schankanlage, geschultes Personal und das richtige Glas machen den Unterschied aus. Denn schon kleine Fehler können die Bierqualität beeinträchtigen – etwa Verkeimungen in der Leitung, falsche Zapftechnik, ein schlecht gelagertes Glas oder ungeeignete Reinigungstücher. Farbe, Geschmack und Schaumbildung leiden darunter – und damit das Genusserlebnis.
PRODUKT: Somit spielt neben der Zapftechnik auch die Pflege der Schankanlage eine wichtige Rolle?
Kolarik-Leingartner: Auf jeden Fall, denn wer seine Schankanlage mit wenig Aufwand regelmäßig pflegt und sein Team in Sachen Zapfkultur schult, sorgt für konstant hohe Qualität im Glas – und schafft Erlebnisse, die Gäste länger bleiben und gerne wiederkommen lassen.
PRODUKT: Worauf ist bei der Gestaltung des Bierangebots zu achten?
Kolarik-Leingartner: Eine abwechslungsreiche Bierkarte eröffnet der Gastronomie die Chance, unterschiedlichste Zielgruppen anzusprechen: von traditionellen Bierliebhaber:innen bis hin zu neugierigen Entdecker:innen. Und wer regelmäßig neue Biere ins Sortiment aufnimmt – etwa saisonale Spezialitäten oder ausgefallene Craft-Biere – schafft zudem Anreize für Wiederbesuche. Gleichzeitig eröffnen sich neue kulinarische Möglichkeiten: Immer mehr Betriebe setzen auf gezielte Kombinationen von Bier und Speisen – das sogenannte Food Pairing. Kombinationen, wie etwa fruchtiges Pale Ale zum Salat oder malziges Dunkles zum Dessert, bringen echte Geschmackserlebnisse.
PRODUKT: Kann man dabei etwas falsch machen?
Kolarik-Leingartner: Natürlich muss man darauf achten, Biere zu wählen, die vom Gast auch angenommen und bestellt werden, und auf Qualität setzen, die zum Ambiente passt. In Tourismusregionen funktionieren etwa bekannte internationale Marken neben regionalen Spezialitäten sehr gut.
PRODUKT: Vielen Dank für die nützlichen Tipps.