Heftthema

Während Vegan und Vegetarisch ganze (Koch-)Bücher füllen, gerät die Ernährung mit tierischen Produkten immer mehr ins Hintertreffen. Nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit, sondern auch aufgrund moralisch-ethischer Bedenken prahlt heute kaum noch jemand damit, täglich ein Schnitzel am Teller zu haben.

Kategorie: Sonstiges

Und, darf ich es anmerken, das Wohl der Tiere ist uns dabei offenbar weit wichtiger als das Klima, jedenfalls zieht das Thema „Tierwohl“ am Point of Sale, im Marketing und bei der Erarbeitung von Haltungskriterien recht deutlich mehr Menschen an, als das Thema „klimaschonende Ernährung und Produktion“.

BEZIEHUNGSARBEIT. Das ist natürlich nachvollziehbar, denn die Beziehung zu Tieren aller Art hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr deutlich gewandelt. Das sieht man nicht nur auf den gängigen Social Media-Plattformen, sondern auch an der Statistik: Noch nie hatten so viele Österreich:innen so viele Haustiere wie heute. In rund 46% der Haushalte leben Katze, Hund & Co. Und zwar allein zum Zwecke der Freude an ihrer Gesellschaft und immer seltener als Mäusefresser oder Jagdbegleiter. Gleichzeitig haben immer weniger Verbraucher:innen direkte Erfahrung mit Nutztieren, Landwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion. Daraus ergibt sich ein gesellschaftlicher Stimmungswandel, der konkrete Auswirkungen hat: Tiere haben heute das Recht, ein schmerzfreies und gutes Leben zu führen und wir die Pflicht, möglichst umfassend für sie zu sorgen – auch wenn wir sie letztlich melken oder schlachten. Wie dieses Leben auszusehen hat, darüber verhandelt die Gesellschaft (Politik, Landwirtschaft, NGOs und Verbraucher:innen) intensiv und immer wieder neu. Die absehbare Abschaffung der Vollspaltböden in der Schweinezucht oder das Ende der Käfighaltung in der Hühnermast vor vielen Jahren sind nur zwei von vielen Beispielen dafür. Wir haben uns in dieser Ausgabe daher u.a. damit beschäftigt, wie das Leben von Milchkühen heute aussieht (Seite 24), warum eine Haltungskennzeichnung für Schlachtvieh Sinn macht (Seite 28) und wie eine moderne und gleichzeitig artgerechte Garnelenzucht aussehen kann (Seite 19).

MASKOTTCHEN. Tiere haben aber auch im Marketing ihren festen Platz. Sie begegnen uns auf Logos und Werbespots, denn sie stehen mit ihren Eigenschaften – stolz, frei, lieblich oder treu – für vieles, was wir lieben und bewundern. In dieser Ausgabe finden Sie daher u.a. einen Hahn, einen Hirsch, Schmetterlinge und natürlich einen Hund. Viel Freude beim Entdecken!