Wenn der Satz: „Das darf man nicht mehr sagen“ fällt, sieht man das eine oder andere Augenpaar schon mal genervt rollen. Auch vor der Gastronomie macht political correctness nicht Halt. Vor einigen Jahren ließ die Diskussion über eine Schnitzelvariante mit Paprikasauce sowie eines Schokoküchleins mit Schlagobers die Wogen hoch gehen. „Das hieß doch immer schon so“ lautete ein beliebtes Argument bei den Änderungsgegner:innen (was beim Schnitzel nicht einmal der Wahrheit entspricht), das sich bis zu „Das ist der totale Sprachverfall!“ steigerte. Allerdings: Sprache ist nichts Festes. In der interaktionalen Soziolinguistik erkannte man in den 1960ern, dass Sprache durch Kommunikation entsteht und sich diese daher notwendigerweise durch ständigen Wandel auszeichnet. Sprache stirbt also nicht, nur weil sich manche Wörter ändern oder verschwinden, sie entwickelt sich – entsprechend des aktuellen Zeitgeists – weiter. Manche Wörter entstehen durch einen neuen Bedarf („Klimakrise“), manche werden nicht mehr gebraucht (verwendet noch jemand „Telefonwertkarte“?) oder eben einem modernen Sprachgebrauch angepasst. An das „Schnitzel mit Paprikasauce“ oder das „Schokoküchlein mit Schlagobers“ haben sich die Restaurant-Gäste mittlerweile gewöhnt – und so manchem jungen Gast sind die davor geläufigen Bezeichnungen bereits völlig unbekannt.
Korrekte Karte
Die Speisekarte ist im Online-Zeitalter präsenter denn je. So mancher Gast scrollt bereits Tage vor dem eigentlichen Restaurantbesuch durch das digitale Speisenangebot. Umso wichtiger, dass die Speisenbezeichnungen nicht für Verstimmung sorgen.
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