PRODUKT: Die Messe feiert ihr 55-jähriges Jubiläum – was waren bisher die Meilensteine in dieser Zeit?
Ott: Die „Alles für den Gast“ blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Gestartet 1970 als kleine Fachmesse, hat sie sich kontinuierlich weiterentwickelt und ist heute mit über 700 Ausstellern und mehreren zehntausend Fachbesucher:innen nicht nur die größte, sondern die führende Branchenfachmesse für Gastronomie und Hotellerie im gesamten Alpen-Donau-Adria-Raum. Wichtige Meilensteine waren die stetige Erweiterung des Ausstellerportfolios, die zunehmende Internationalisierung – mittlerweile mit Ausstellern aus 24 Ländern – sowie die Integration von Bühnenprogrammen, Masterclasses und Wettbewerben. Besonders bemerkenswert ist die Treue vieler ausstellender Unternehmen, die teilweise seit der ersten Stunde dabei sind – ein starkes Zeichen für die Relevanz und Qualität unserer Messe.
PRODUKT: Letztes Jahr wurde der Event erstmals von der Messezentrum Salzburg GmbH durchgeführt, was hat man bewusst anders gemacht als bisher?
Ott: Rückblickend würde ich sagen, dass unsere Kund:innen den Wechsel kaum bemerkt haben – die Marke „Alles für den Gast“ stand immer im Vordergrund. Als Veranstalter ist uns Kontinuität besonders wichtig, daher sind wir sehr froh, dass das gesamte Team an Bord geblieben ist. Auch in Zukunft setzen wir neben den klassischen Ausstellungsflächen auf Programmvielfalt, bei der Talente und Innovationen sichtbar werden. Ziel ist es, die Messe nicht nur als Produktschau, sondern als Mix aus Messe und Think Tank zu gestalten, bei dem Inspiration und Networking gleichermaßen im Vordergrund stehen.
PRODUKT: Warum wird die Messe 2025 nur an vier Tagen stattfinden?
Ott: Die Entscheidung, die Messe auf vier Tage zu konzentrieren, basiert auf dem Feedback unserer Aussteller- und Besucherumfragen. Die stärksten Besuchertage lagen traditionell zwischen Samstag und Dienstag – genau diesen Zeitraum greifen wir nun auf, um für alle Beteiligten effizientere Abläufe zu schaffen und dem Wunsch der Branche nach einem kompakten, konzentrierten Messeerlebnis gerecht zu werden.
PRODUKT: Was sind die Schwerpunkte 2025?
Ott: 2025 steht die Messe unter dem Motto „Zukunft erleben“. Wir wollen zeigen, wie sich Gastronomie und Hotellerie weiterentwickeln – mit innovativen Konzepten, nachhaltigen Lösungen und digitalen Tools. Im Fokus stehen praxisnahe Antworten auf aktuelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel, steigende Kosten und veränderte Gästebedürfnisse. Diese Themen werden auf der Gastro Circle Bühne mit Expert:innen und Branchenvertreter:innen diskutiert. Gleichzeitig schaffen wir Raum für neue Ideen: Start-ups, junge Talente und kreative Köpfe erhalten eine Bühne, um ihre Visionen zu präsentieren. Genussbereiche wie #beyondalternative, die neue Wine Area, die Liquid Tasting Zone und Bio-Showcooking setzen kulinarische Akzente. Ebenso wichtig ist die Nachwuchs- und Talenteförderung: Wettbewerbe für junge Barkeeper:innen und Patissiers zeigen, wie stark die Messe auf neue Ideen und Vielfalt setzt. Ergänzt wird dies durch Networking-Angebote wie die Business-Lounge und spezielle Side-Events – alles darauf ausgerichtet, den Gästen praxisnahe Impulse für die kommenden Jahre zu geben.
PRODUKT: Was hat sich die „Alles für den Gast“ für die kommenden 5 Jahre vorgenommen?
Ott: Die Alles für den Gast soll sich konsequent als Zukunftsplattform positionieren. Unsere Zielgruppen erwarten heute mehr als reine Produktpräsentationen – sie suchen Inspiration, Impulse und praktische Lösungen für ihren Betrieb. Unser Anspruch ist klar: Wer wissen möchte, wohin sich Gastronomie und Hotellerie entwickeln, sollte die Messe besuchen. Dabei bleibt sie Impulsgeber, Netzwerkplattform und Erlebnisraum zugleich. Außerdem wollen wir internationaler werden – mit neuen Partnerschaften, mehr Austausch über Landesgrenzen hinweg und einer stärkeren Einbindung europäischer Märkte.
PRODUKT: Wie hat sich das Veranstalten von Messen generell verändert, was sind aktuelle Trends in diesem Business und wo geht die Reise hin?
Ott: Allgemein haben sich Messen in den letzten Jahren grundlegend verändert. Früher standen Produkte, Hersteller und Produzenten im Vordergrund, heute erwarten Fachbesucher vor allem Erlebnis, Wissenstransfer und Networking. Der Trend geht klar in Richtung Eventisierung: Live-Shows, Emotionalisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig wächst der Anspruch an Veranstalter, ressourcenschonend und verantwortungsvoll zu agieren. Die Zukunft liegt in der intelligenten Verbindung von physischer Präsenz und digitalen Möglichkeiten – mit dem Ziel, Menschen zu begeistern und die Branche zu bewegen. Im Wesentlichen bleibt die Idee dieselbe wie 1970, und sie ist kraftvoll: Menschen zusammenbringen. In einer Branche, die so viel mehr ist als nur ein Beruf – sie ist Berufung, Kreativität, Handwerk und Leidenschaft.
PRODUKT: Vielen Dank für die Einblicke zur Jubiläumsausgabe.
