Mit einem Augenzwinkern berichtet Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch, dass er als Heumilchbauer einmal im Jahr in die große Stadt kommt – dann, wenn es Zeit ist, im Rahmen einer Pressekonferenz ein Fazit über die Geschäfte mit Heumilch zu ziehen. Und das macht er wie jedes Jahr mit spürbarer Leidenschaft. Er selbst hat ja seinen Hof bereits an Tochter Isabella übergeben – und sie betreibt die Heumilchwirtschaft – wie es in jüngeren Generationen in Sachen Berufswahl üblich ist – weil es für sie persönlich Sinn macht. Die Nachfrage der Konsument:innen gibt ihr recht: 2025 wurden 532 Mio. kg Heumilch verarbeitet. Der damit erzielte Umsatz im heimischen Lebensmittelhandel ist um 6% auf rund 179 Mio. € gestiegen – dies entspricht einem Plus von 6%, während der Gesamtmarkt um 3,6% gewachsen ist. Für die Landwirt:innen besonders erfreulich ist, dass wieder 100% der Heumilch auch als solche vermarktet wurden. Ihnen bescherte die ursprüngliche Wirtschaftsweise einen Zuschlag von rund 4,5 Cent je kg Milch. „Dadurch konnte für unsere Bäuerinnen und Bauern ein Mehrwert von 23 Mio. € erwirtschaftet werden“, hielt Obmann Karl Neuhofer fest.
SAY CHEESE. Herausragend war die Entwicklung einmal mehr im Segment Käse, wo die Produktionsmenge um 6,2%, die entsprechenden Umsätze sogar um 11,6% zulegen konnten. „Diese Entwicklung zeigt, dass unsere Vermarktungsoffensive greift und die konsequente Qualitätsarbeit unserer Bäuerinnen und Bauern sowie der Verarbeiter entlang der gesamten Wertschöpfungskette Wirkung zeigt“, so Geschäftsführerin Christiane Mösl. Selbstverständlich setzt man auch heuer wieder auf volle Marketing-Power, wobei bei den Kommunikationsmaßnahmen Heumilch-Käsespezialitäten im Mittelpunkt stehen. „Schließlich werden 85% der Heumilch zu Käse verarbeitet“, erläutert Mösl. Bei der diesjährigen Kampagne setzt man auf einen Mix aus TV, Print, Online, Out-of-Home und Radio. Bei einem Exportanteil von 60% muss man natürlich auch werblich über die Grenzen blicken. Und so wird in Deutschland ebenfalls wieder kräftig die Werbetrommel für Heumilchprodukte gerührt, heuer erstmals auch auf neuen Kanälen wie Kino oder Streaming-TV.
ZUKUNFTSTRÄCHTIG. Ein Thema, dem sich die ARGE Heumilch natürlich stellen muss, ist das sog. „Bauernsterben“, also die Tatsache, dass immer mehr Landwirt:innen ihrem Beruf den Rücken kehren. Doch auch diesbzgl. dürfte die Heumilchwirtschaft besser dastehen als der Rest: In einer im Vorjahr präsentierten Zukunftsstudie gaben 95% der Befragten an, in ihren Betrieben auch 2030 weiterhin Heumilch erzeugen zu wollen – und zwar zum größten Teil aus innerer Überzeugung. Dies entspricht auch ganz dem Auftrag der ARGE Heumilch. Obmann Karl Neuhofer: „Unsere Mission ist es, diese Wirtschaftsweise für die Zukunft zu sichern. Die junge Generation soll Freude an der Heumilchwirtschaft haben.“