Bei der Pressekonferenz, auf der die Details zur Neuausrichtung bekanntgegeben wurden, zog MVÖ-Präsident Helmut Petschar auch Bilanz und berichtete von einer Trendwende. Nach hohen Notierungen für Milchprodukte im Jahr 2022 kam es zuletzt zu Rückgängen, zugleich war die Branche mit hohen Kostenbelastungen konfrontiert. Ende 2023 sowie heuer waren bei Milchprodukten dennoch Preisrückgänge zu beobachten. Die Menge der angelieferten Milch ist 2023 um 1% auf 3,53 Mio. t gestiegen. Der Biomilch-Anteil betrug 18% – weiterhin der höchste Wert in der EU. Die Erzeugerpreise haben im Jahresschnitt etwas zugelegt. Der durchschnittliche Auszahlungswert lag 2023 bei 58,52 Cent (vgl. 2022: 56,72 Cent) für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen inkl. USt., für gentechnikfreie Qualitätsmilch wurden im Schnitt 49,06 Cent/kg erzielt. Die Umsätze der Milchverarbeiter sind um 4,5% auf 3,97 Mrd. € gestiegen, was v.a. auf Preiserhöhungen, aber auch auf Mengenzuwächse zurückzuführen ist (z.B. bunte Palette +1,3%, Käse +1,4%). In der weißen Palette gab es einen Rückgang um 0,4%, bei Butter um 7%. Die Ertragslage der Molkereien war mit einem Ergebnis vor Steuern von 0,05% (bez. auf den Umsatz) weiterhin knapp. Erneut rückläufig entwickelt sich die Zahl der Milchbäuer:innen (-3,3% auf 22.419).