Netz-Werke

© Cook Shoots Food/shutterstock

Meeresfrüchte und Fisch sind als Lebensmittel weltweit beliebt. Diese Beliebtheit ist nicht unproblematisch und verlangt nach einem 360°-Ansatz, der den Erhalt der Wildbestände, den Beifang, die Fangquote, verantwortungsvolle (Auf)Zucht und nachhaltige Verpackung miteinbezieht.

Kategorie: Food

Laut dem WWF seien bereits 33% der Wildfischbestände überfischt, und 60% würden bis an die Grenze ihrer Tragfähigkeit genutzt. Das ist eigentlich erschreckend. Die Lösung in Aquakulturen zu suchen, bietet sich daher an. Deren weltweiter Anteil an der Produktion von Speisefisch liegt bereits bei 50% (FAO UN; „State of the World Fisheries and Aquaculture“; 2018). Dass bei Meerestieren ein „Weiter wie bisher“ nicht (mehr) möglich ist, liegt auf der Hand. Dass aber auch in und mit Aquakulturen unverantwortliches Schindluder betrieben werden kann, darf nicht übersehen werden. Das verlangt nach definierten Regeln. Deren Einhaltung stellen die int. anerkannten Zertifizierungen gemäß MSC (Marine Stewardship Council) für den Wildfang sowie ASC (Aquacultur Stewardship Council) für den Zuchtbereich sicher.

KONTROLLIERT. Seit 1997 engagiert sich iglo für nachhaltige Fischerei und ist gemeinsam mit dem WWF MSC-Gründungsmitglied. „Dabei liegt der Fokus auf zertifizierten und nachhaltigen Quellen, die garantieren, dass nur so viel gefischt wird, wie auf natürlichem Weg wieder nachwächst. Während mit Ende 2025 100% des iglo-Portfolios MSC-zertifiziert sind, gibt es weltweit immer noch zu wenig nachhaltig operierende und zertifizierte Fischfanggebiete, etwa 12%“, weiß Iris Ruschak, Head of Marketing bei iglo Österreich. Aber auch im Fall der Fischzucht legt iglo Wert auf umweltbewusste und sozial verantwortliche Betriebe, die gemäß den Kriterien des ASC arbeiten und zertifiziert sind. „Diese garantieren eine verantwortungsvolle und sichere Fischzucht mit strengen Umwelt- und Sozialstandards. Aspekte wie eine nachhaltige Wasserqualität, Fischgesundheit und faire Arbeitsbedingungen setzten dafür den Rahmen“, sagt Iris Ruschak.

KONSEQUENT. Bei „Frosta“ setzt man auf ein Anti-Überfischungskonzept mit mehreren Stoßrichtungen. Christian Szuchy, Country Business Development Manager Frosta Österreich und Schweiz, führt in diesem Zusammenhang die verantwortungsvolle Auswahl des Fisches an: „Wir verwenden konsequent ausschließlich MSC-zertifizierten Alaska Seelachs. Alaska Seelachs gilt generell als eine der nachhaltigsten Fischspezies und ist auch nicht überfischt. Wichtig ist uns auch, dass die Beifangquoten sehr gering sind.“ Ein weiterer Aspekt bezieht sich auf die Art der Fischerei: „Unser Alaska Seelachs wird im Nordost-Pazifik oder im Nordwest-Pazifik, im Ochotskischen Meer, mit pelagischen Scherbrettnetzen gefangen. Diese schweben frei und werden ohne größere Grundberührung durchs Wasser gezogen, dadurch schonen sie das Ökosystem des Meeresbodens“, erklärt Christian Szuchy und ergänzt: „Zusätzlich setzen wir Kontrollen auf See durch unabhängige Fachleute ein.“ 

SCHONEND. Eine jüngst von Yuu’n Mee in Auftrag gegebene Studie fand heraus, dass beim Kauf von Seafood für 79% der befragten Österreicher:innen das Kriterium Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielt (S. 36). „Ebenso für 87% naturbelassene Produkte ohne Zusatzstoffe“, bezieht sich Yuu’n Mee-GF Robert Herman auf die Studie. Für den Seafood-Experten ist es ein wesentliches Anliegen, dass Aquakulturen und Fischereien nach klar definierten Standards umwelt- und ressourcenschonend bewirtschaftet werden. So wachsen die „Yuu’n Mee“-Garnelen in nachhaltigen Aquakulturen auf, wo u.a. klares Wasser und eine bewusst geringe Besatzdichte ein gesundes wie stressfreies Umfeld schaffen. „Die nachhaltige Garnelenzucht schützt nicht nur ökologische Ressourcen, sondern sichert auch den Farmern ein geregeltes Einkommen“, erklärt Robert Hermann und garantiert 100% Antibiotikafreiheit seiner Garnelen: „Das überprüfen wir mittels modernster Labortechnik.“

GANZHEITLICH. Bolton Food, die Geschäftseinheit von Bolton im Bereich Fischkonserven, arbeitet seit über acht Jahren mit dem WWF zusammen, um Fischbestände zu sichern, Meeresökosysteme zu schützen und nachhaltige Fischerei zu fördern. „Heute stammen über 99% unseres ‚Rio Mare‘-Thunfischs aus nachhaltigen Quellen – entweder aus MSC-zertifizierten Fischereien oder aus glaubwürdigen Fischereiverbesserungsprojekten, die auf eine MSC-Zertifizierung hinarbeiten“, erklärt Jörg Grossauer, Country Manager Bolton Austria. Überdies ist man Gründungsmitglied der Int. Seafood Sustainability Foundation (ISSF), die einen wissenschaftlich fundierten Ansatz für nachhaltige Thunfischfischerei fördert. „Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Umweltauswirkungen unserer Fischereiaktivitäten zu reduzieren, Beifang zu minimieren und elektronische Überwachungssysteme zu entwickeln, um sowohl nachhaltige Fangpraktiken als auch den Schutz der Menschenrechte entlang der Lieferkette sicherzustellen“, sagt Jörg Grossauer.

VERPACKUNG. Bei der Verpackung setzt iglo im Wesentlichen auf nachwachsende Rohstoffe, also Papier. Panierte Fischprodukte und Fischstäbchen werden daher in Papierfaltschachteln verpackt. „Bei Produktpackungen, die aufgrund der Lebensmittelsicherheit noch nicht vollständig aus Papier bestehen können, achten wir auf recyclingfähiges Monomaterial“, sagt Iris Ruschak. Im Fischbereich verwendet „Frosta“ seit 2012 nur Faltschachteln aus FSC-zertifizierter Pappe mit hauchdünner PE-Schicht innen (<5%) zur Lebensmittelsicherheit. „Die Faltschachtel kann trotzdem problemlos im Altpapier entsorgt werden. Seit zehn Jahren bedrucken wir außerdem alle unsere Verpackungen mit wasserlöslicher Farbe. Wir waren auch die ersten, die auf die übliche Aluschale bei Schlemmerfilet verzichtet haben“, erklärt Christian Szuchy. Bei Yuu‘n Mee arbeitet man an „der Reduktion des gesamten eingesetzten Packstoffs sowie an der Recherche zu alternativen Packstoffen mit ähnlich vorteilhaften Eigenschaften, die den notwendigen Produktschutzvorgaben entsprechen, um das Produkt hinsichtlich Qualität erhalten zu können“, ist von Robert Herman, zu erfahren. Bei Bolton Food sind 80% des verwendeten Papiers FSC-zertifiziert oder recycelt. „Zudem haben wir Produkte entwickelt, die zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung beitragen – dank einer ,No Drain‘-Technologie, bei der nur so viel Öl verwendet wird, wie zur optimalen Konservierung des Thunfischs notwendig ist“, weiß Jörg Grossauer.

VERANTWORTUNG. Fisch und Meeresfrüchte sind Lebewesen, die einen wichtigen Beitrag zu unseren Ernährungsgewohnheiten liefern. Und aufgrund von TK-Produkten und Konserven muss das nicht nur in den Monaten mit „R“ sein, wie es eine alte Binsenweisheit verlangt. Was aber sein muss, und da sind sich die Produzenten einig, ist der verantwortungsvolle Umgang mit diesen Lebensmitteln – und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette.