In Sachen Klimaschutz versucht die Privatkäserei Woerle stets ihre Milchlieferanten mit an Bord zu holen und setzt zugleich auf wissenschaftliche Begleitung, damit die Maßnahmen Hand und Fuß haben. So auch beim jüngsten Projekt, bei dem es um die Pflanzung einer sogenannten Agroforst-Futterhecke im Weideland geht. Im Frühjahr wurden im Grünland am HBLA-Schulgelände in Ursprung auf einer Länge von 300 Metern rund 600 Gehölze gepflanzt. Diese sollen zur Futternutzung und als Weidebegrenzung dienen. Geschäftsführer Gerrit Woerle: „Die Futterhecken liefern wertvolle Nährstoffe und bieten natürlichen Schutz vor Wind und Wetter – ein wichtiger Beitrag für eine zukunftsfähige Milchproduktion.“ Die Nachhaltigkeitsvorteile einer solchen Hecke erläutert Biologe Konrad Steiner von der HBLA Ursprung: „Agroforstsysteme haben mehrfache Vorteile: Sie fördern die Artenvielfalt, bringen Leben in den Boden der Weideflächen und unterstützen die natürlichen Kreisläufe – als Futterhecken leisten sie zusätzlich einen wertvollen Beitrag zur Fütterungsvielfalt bei den Milchkühen.“
GUTES FUTTER. Diana Reuter, Woerle Nachhaltigkeitsmanagerin, ergänzt noch mehr Vorteile: „Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Agroforstsysteme ist die Verbesserung des Tierwohls für Wiederkäuer. Denn durch das frische und verdauliche Laub der Futterhecken werden die Weideflächen fütterungstechnisch aufgewertet und während Hitzeperioden schaffen die Hecken sowohl als Schattenspender als auch durch die Wasserverdunstung ein kühleres Mikroklima und wirken auch als Windschutz. Zu den weiteren Vorteilen zählen auch Auswirkungen auf den Methanausstoß der Rinder. Die natürliche Rinde, die beim Fressen mit aufgenommen wird, fördert die Tiergesundheit und trägt durch ihre Tannine zur Reduktion von Methan bei.“