Wächst und wächst nach

Dieter Glawischnig, Managing Director bei DS Smith Packaging Austria

Papier und Karton im Allgemeinen sowie Wellpappe im Speziellen erfreuen sich als Verpackungsmaterial bei den Konsument:innen eines sehr positiven Images. Wir haben im Gespräch mit Dieter Glawischnig, Managing Director bei DS Smith Packaging Austria, die Vorteile, aber auch die Grenzen des Materials hinterfragt.

PRODUKT: Was sind die großen Vorteile von papierbasierten Verpackungen im Handling, von der Herstellung über den Transport bis zu den Endverbraucher:innen?
Glawischnig:
Wellpappe bietet eine Vielzahl von Vorteilen. Sie kann flexibel an unterschiedliche Verpackungsanforderungen angepasst werden und gewährleistet einen wirksamen Schutz vor äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit, Licht und Luft. Ihr geringes Gewicht senkt zudem die Transportkosten. Durch die Möglichkeit, Wellpappe flexibel zu bedrucken, können Markenartikler ihre Produkte ansprechend präsentieren und die Markenidentität stärken. Darüber hinaus sind Verpackungen aus Wellpappe oft kostengünstiger als andere Materialien wie etwa Kunststoff oder Metall, ohne dabei an Qualität oder Funktionalität einzubüßen.

PRODUKT: Und wie steht Wellpappe in Sachen Nachhaltigkeit da?
Glawischnig:
Wellpappe basiert auf pflanzlichen Rohstoffen und ist biologisch abbaubar, was sie zu einer umweltfreundlichen Verpackungslösung macht. Sie wird aus recycelten Fasern oder Fasern aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern hergestellt und ist somit eine ökologisch sinnvolle Alternative zu nicht abbaubaren Kunststoffen. Die einfache Recyclingfähigkeit von Wellpappe reduziert den Bedarf an neuen Rohstoffen und minimiert die Abfallmenge. Darüber hinaus bewirken die Faltbarkeit der Wellpappe und deren vergleichsweise geringes Gewicht einen niedrigeren Treibstoffverbrauch, weniger Platzbedarf und weniger Emissionen beim Transport.

PRODUKT: Wo sind die Grenzen für Papier/Karton als Verpackungs-Material – wofür ist es nicht geeignet?
Glawischnig:
Wellpappe erweist sich als äußerst vielseitig, stößt aber auch unter bestimmten Bedingungen wie hoher Feuchtigkeit, extremer Hitze oder sehr hohem Gewicht an ihre Grenzen. Gerade im Bereich der Primärverpackungen kann sie daher nicht immer alle gängigen Materialien wie Glas, Metall oder Kunststoff vollständig ersetzen. In Kombination mit diesen Materialien, z.B. als Umverpackung für PET-Flaschen, bietet sie jedoch eine attraktive Möglichkeit, die Substitution von Kunststoffen auch in diesem Bereich kontinuierlich voranzutreiben.


PRODUKT: Wie sind denn die Zukunftsaussichten der Papierbranche zu beurteilen?
Glawischnig:
Die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen hält weiter an und wurde durch gesetzliche Vorgaben wie z.B. die kürzlich verabschiedete EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) mit ihren überarbeiteten Recycling- und Wiederverwendungszielen gepusht. Dies lässt weiteres Wachstum und einen erhöhten Innovationsbedarf im Wellpappensektor erwarten.

PRODUKT: Auf welche Verpackungsinnovation aus Papier/Karton aus Ihrem Unternehmen sind Sie besonders stolz?
Glawischnig:
Wir haben gemeinsam mit Coca-Cola HBC Österreich ein Projekt gestartet, um Kunststoffgriffe für 1,5L-PET-Softdrink-Multipacks durch Umverpackungslösungen aus Wellpappe zu ersetzen. Die innovative Verpackungslösung „DS Smith Lift Up“ ist ein zu 100% recycelbarer Griff aus Wellpappe, der die Tragefunktion verbessert und, zusammen mit anderen Partnern, zu einer auf Kraftpapier und Karton basierenden Lösung beiträgt, mit der Coca-Cola HBC Österreich jährlich rund 200 Tonnen Kunststoff einspart.

PRODUKT: Vielen Dank für das Gespräch!

Die Innovation „DS Smith Lift up“ soll dazu beitragen, Kunststoff einzusparen.
Nicht nur als Verpackung von Obst und Gemüse steht Wellpappe hoch im Kurs.
Auch als Umverpackung für Flaschen können Karton-Lösungen zum Einsatz kommen.