Doch Milch, das heißt für die Konsument:innen längst nicht mehr Kuh, Schaf oder Ziege allein. Denn Alternativen zu Produkten aus dem Stall gibt es bekanntlich auch vom Feld, wenngleich diese offiziell nicht Milch bzw. Käse, Joghurt etc. genannt werden dürfen. Im Bestreben, dem eigenen Körper oder auch der Umwelt Gutes zu tun, haben deshalb auch pflanzliche Produkte den Schritt aus der Nische geschafft. Die Mengen sind in Relation natürlich immer noch niedrig, wie Veronika Breyer, NÖM, ausführt: „Im Vergleich zum MoPro-Markt ist der Markt der pflanzlichen Alternativen mit einem Anteil von 6% immer noch ein kleiner Markt.“ Der allerdings jedes Jahr weiter wächst und ebenfalls beim genaueren Blick auf die Daten spannende Details aufweist. Breyer: „Das Segment der gekühlten Alternativen kann ein höheres prozentuelles Wachstum, sowohl in Absatz als auch in Umsatz, verzeichnen als das Segment der nicht-gekühlten Alternativen – wobei letztere nach wie vor den größeren Share an Absatz und Umsatz haben.“ Die Basis für die pflanzlichen Produkte kann unterschiedlicher Art sein: Seit 2021 ist Hafer diesbzgl. die Nr. 1 am Markt, vor Soja, mit dem das Alternativen-Segment vor vielen Jahren begründet wurde. Die Player dieses Marktes sind dabei zum Teil doppelt aktiv: Denn natürlich weiß man auch in den Molkereien vom Potential pflanzlicher Produkte und verfügt über viel nötiges Know-how. Dass auf vielen Milchbauernhöfen auch Getreide angebaut wird, holt die Alternativen gedanklich sehr nah an die „normale“ Milch heran. So ist es eigentlich gar nicht mehr verwunderlich, dass etwa die Berglandmilch mit ihrer Marke „Schärdinger“ auch rein pflanzlich engagiert ist. Rupp steigt dieser Tage ebenfalls ins Alternativen-Business ein und präsentiert die Linie „Rupp 100% Pflanzlich“ (siehe Produktvorstellung auf Seite 34). Danone fährt schon länger erfolgreich zweigleisig und offeriert neben den bekannten MoPro-Brands auch „alpro“. „Bresso“ (Savencia) gibt es ebenfalls bereits rein pflanzlich und brandneu bringt Mondelez nun auch „Philadelphia Pflanzlich“ auf den Markt. Zu den gesundheitlichen Aspekten der Alternativen meint Maximilian Reiff, Unternehmenssprecher bei Danone: „Vegane Alternativen wie Sojadrinks oder fermentierte Sojaprodukte sind häufig mit Calcium, Vitamin D und B-Vitaminen angereichert und stellen ebenfalls eine Quelle für hochwertiges Protein dar. Daher können beide Warengruppen – Milchprodukte wie auch Milchalternativen auf pflanzlicher Basis – zu einer ausgewogenen Ernährung von Flexitariern beitragen.“ Die tatsächlichen Nährwertprofile der Produkte variieren natürlich schon allein aufgrund der unterschiedlichen Pflanzen, die als Basis dienen können. Für optimal abgerundete Rezepturen wird vielfach auch gemischt, wie etwa Unmilk-Gründerin Jennifer Schäfer erklärt: „Mit ‚Unmilk’ haben wir einen glutenfreien Haferdrink entwickelt, der dank dem Zusatz von Erbsenprotein ein ausgewogenes Nährwertprofil hat: dreimal mehr Protein und viermal weniger Zucker als seine Konkurrenten.“ Wie vielfältig Alternativen sein können, zeigt auch ein Blick ins Sortiment von „Joya“: Mandel, Reis, Kokos, Hafer, Erbsen, Soja – Drinks & Co. lassen sich aus vielerlei Pflanzen herstellen.