Sekt für die Balance

Eugen Lamprecht, Geschäftsführer Schlumberger Wein- und Sektkellerei

Schlumberger GF Eugen Lamprecht präsentiert Zahlen und Fakten zum Schaumwein- bzw. Spirituosenmarkt im LEH. Dabei zeigt sich, dass beide Segmente weiter an Absatz verlieren. Schlumberger beweist allerdings Beständigkeit, 2024 lief unerwartet gut.

Kategorie: Food

Betrachtet man die Zeitspanne 2016 bis 2024, fällt die Schaumwein-Bilanz im LEH mit einem Plus von 29,8% im Umsatz (in €: 32,2 Mio. Zuwachs) deutlich positiv aus (Nielsen FY, Wert, exkl. H/L). Getrieben wurde diese Entwicklung insbes. vom Segment Prosecco. Blickt man allerdings auf die jüngere Entwicklung, präsentieren sich die Zahlen – insbesondere der Absatz – im Einzelhandel rückläufig. Nach einem schwachen Jahr 2023 (-4,4% Schaumwein gesamt, 4,9% Minus im Nielsen-Segment Sekt), setzt sich der Abwärtstrend auch 2024, langsamer aber dennoch, mit einem Absatzminus von 1,4% bzw. 1,3% (Periode Februar 2024 bis Jänner 2025) fort – das Segment Sekt pendelt sich damit bei aktuell rund 16 Mio. Flaschen ein.

MEHR SEKT. Dennoch ist man bei Schlumberger guter Dinge. Eugen Lamprecht, GF: „Der Markt ist rückläufig, aber wir, als Haus Schlumberger, hatten dennoch ein gutes, konstantes Jahr und haben Beständigkeit bewiesen.“ Besonders auf die Entwicklung der Flaggschiff-Marke „Schlumberger“ ist man stolz und auch die Erweiterung der Marke „Hochriegl“ um RTD-Spritz-Varianten hat geholfen: Die „Schlumberger“-Sekte konnten mit einem beachtlichen Plus von 15% im Absatz und 6,3% im Umsatz wachsen und die „Hochriegl Spritz“-Produkte brachten innerhalb kürzester Zeit willkommene Zusatzumsätze. Anders sieht allerdings die Lage im Spirituosenbereich aus, den Schlumberger mit der Vertriebstochter Top Spirit als Marktführer bearbeitet. Lamprecht: „Wir sind 2024 entgegen den Erwartungen bei Schaumwein gewachsen. Nach unten gezogen hat uns allerdings insbesondere die rückläufige Entwicklung im Spirituosenmarkt – insgesamt, als Haus Schlumberger, konnten wir dennoch stabil performen und hoffen, dass wir 2025 ähnlich abschließen können. Wachstum wird im aktuellen Jahr aber wohl nicht möglich sein.“

WENIGER SPIRITUOSEN. Die Kategorie Spirituosen verliert 2024 über alle Segmente rund 5% vs. 2023 und gar 10% im Vergleich mit dem Ausnahmejahr 2021 (Nielsen, exkl. H/L, Absatz, jeweiliges volles Jahr). Besonders stark trifft die Entwicklung Premiumangebote und das ehemals boomende Segment Gin (-10% im Absatz vs. 2024 bzw. -36% vs. 2021). Es gibt aber auch positive Ausreißer, nämlich Tequila (+6%), Cocktails (+6%) und Bitteraperitifs (+5%). Bei Schlumberger/ Top Spirit intern fällt die Bilanz mit einem Plus von 1,8% im Absatz und -1,7% im Umsatz noch vergleichsweise gut aus. Schmerzlich waren allerdings insbes. Rückgänge bei „Mozart“, der im amerikanischen Markt noch 2023 sehr erfreuliche Umsatzzuwächse generieren konnte.

IMPULSE. Stillstand gibt es aber dieses Jahr dennoch nicht. Impulse setzt man aktuell im Bereich Schaumweine mit der „Schlumberger Sparkling Spring“-Edition, und bei der Marke „Hochriegl“ – sowie auch im Segment Liköre – greift man das Thema Limoncello auf. So wird jetzt die „Hochriegl Spritz“-RTD-Variante „Lorenzo Limoncello“ in der Slim Can gelauncht, und neu im Vertrieb von Top Spirit geht „Bottega Limoncino“, ein Limoncello aus sizilianischen Zitronen, an den Start. Für alle Gin-Liebhaber gibt es zudem mit „Oasium“ eine neue „Hendrick’s“-Limited Edition, und das aufstrebende Segment Cocktails bedient man mit „Le Coq“, Premium Mixers, die in acht alkoholischen und zwei antialkoholischen Varianten für Stimmung sorgen sollen. Und auch intern steht – mit der Inbetriebnahme des neuen Standorts in Müllendorf unter der Ägide von Kellermeisterin Aurore Jeudy und einem motivierten Team – alles im Zeichen von Modernisierung und Weiterentwicklung.