Sirup-Uplift

© Anna Puzatykh/shutterstock

Der Sirup-Markt befand sich zuletzt auch mengenmäßig wieder im Aufwind – u.a. weil die Hersteller mit ihren Produktentwicklungen aktuelle Trends aufgreifen und neue Verzehranlässe schaffen.

Kategorie: Food

Befragt man die Markenartikler zu ihren Eindrücken vom Sirup-Markt, so ist der Grundtenor derzeit ein recht zufriedener. Das liegt daran, dass sowohl Ab- als auch Umsätze zugelegt haben, das Interesse an den convenienten Produkten also wieder gestiegen ist. Zuletzt waren Wertzuwächse in Höhe von 6,4% und ein Mengenplus in Höhe von 5,7% zu verzeichnen (NIQ, MAT KW4/2025). „Österreich ist weiterhin ein ‚Sirup-Land‘ mit einer Penetration von über 50%“, befindet Sandra Grünberger, Marketing Manger bei Eckes-Granini („Yo“). Konkret liegt die Käuferreichweite bei 53,9%, was 2,2 Mio. Haushalten entspricht (GfK FY 2023).

Brand aktuell. Zwar sind die Eigenmarken des Handels im Sirup-Bereich traditionell stark, die Zuwächse stammen jedoch von starken Hersteller-Brands. „Das Wachstum von Markenprodukten weist darauf hin, dass Konsument:innen zunehmend an neuen Produkten interessiert sind“, so Harald Doppler, CCO Spitz. Denn die Klassiker Himbeer-Zitrone, Himbeer und Holunder machen zwar weiterhin das Gros des Marktes aus, doch ohne Innovationen geht es freilich nicht. „Ein wesentlicher Treiber sind 0%-Sirupe“, so Harald Doppler, Spitz. „Ein klarer Trend geht hin zu zuckerfreien Alternativen, die am Markt überdurchschnittlich wachsen. Immer mehr Menschen legen Wert auf ihre Gesundheit und entscheiden sich daher für zuckerfreie Optionen.“ Und da stimmen ihm viele zu: „Wir sehen seit einiger Zeit einen Trend hin zu zuckerreduzierten Angeboten“, berichtet etwa auch Klaus Darbo, Vorstand Darbo. Und diese machen den Sirup-Markt natürlich auch für ernährungsbewusste Konsument:innen interessant und relevant und erschließen dadurch neue Zielgruppen und Kaufanlässe. Marktführer „Yo“ konnte insbesondere im Bereich zuckerfreier Sirupe zuletzt stark wachsen, u.a. die 2024 eingeführte Sorte „Yo Ohne Zucker Pink Paradise“ ist bei den Konsument:innen super angekommen. „Wir konzentrieren uns mit der Marke ‚Yo‘ bei den Produktneuheiten 2025 nochmals voll und ganz auf den zuckerfreien Markt“, verrät Sandra Grünberger, Eckes-Granini, und kündigt den Launch der „Yo Ohne Zucker“-Variante „Pfirsich-Maracuja“ an, mit der das zuckerfreie Sortiment auf insgesamt sechs Sorten ausgebaut wird (siehe Produktvorstellung auf Seite 16). Bei Mautner-Markhof bemerkt man ebenfalls, dass das Ernährungsbewusstsein längst auch am Sirup-Markt spürbar ist. Bereits letztes Jahr hat man deshalb die Range „Sirup+“ lanciert, die für Sirup mit einem funktionellen Mehrwert durch Vitamine und Spurenelemente steht und auch eine zuckerfreie Variante („Zitrone“) umfasst. „Die Linie ‚Sirup+‘ hatte einen guten Markteintritt und wir rechnen damit, dass der Absatz bei aktiven und ernährungsbewussten Konsument:innen steigen wird“, berichtet Jürgen Brettschneider, Geschäftsführer Mautner Markhof.

Mix it. Ein weiterer Trend, der die Konsument:innen öfter mal zur Sirup-Flasche greifen lässt, ist jener zur Zubereitung von Cocktails, vielerorts auch antialkoholisch. Denn mit den Konzepten der Markenartikler lassen sich aus der Gastronomie bekannte Drinks zu Hause (oder natürlich auch vom Barpersonal) ganz easy nachmachen. Höllinger hat deshalb schon vor einiger Zeit ein Portfolio an Cocktail-Sirupen lanciert, bei denen man sich über eine starke Nachfrage freut. Spitz bedient nun insbesondere die Vorliebe zu Bittergetränken und lanciert einen Sirup, der den klassischen Geschmack eines italienischen Spritz mit Bitterorange bietet.

Impulsiv. Der Sirup-Markt ist also ein schönes Beispiel dafür, dass Innovation, die nun mal in den allermeisten Fällen unter Herstellermarken passiert, wichtig ist – um Trends abzudecken oder weiter zu forcieren, um Impulskäufe zu erzeugen und um veränderten Konsument:innenanforderungen gerecht zu werden. „Den Grund für die positive Entwicklung des Sirup-Marktes sehen wir bei Mautner Markhof nicht nur bei der konstanten Beliebtheit unseres klassischen Sirup-Sortiments, sondern auch klar durch Produktneuheiten und Innovationen“, meint GF Jürgen Brettschneider. Demnächst schickt das Unternehmen übrigens wieder die Limited Edition der „Eistee Sirupe“ (Sorten: „Zitrone“ und „Pfirsich“) an den Start. Bei Spitz ist man ebenfalls überzeugt, dass es regelmäßiger Impulse in Form von neuen Produkten braucht, um das Interesse groß zu halten. „Markenhersteller haben im vergangenen Jahr mit zahlreichen Innovationen auf sich aufmerksam gemacht“, lautet Spitz COO Harald Dopplers Einschätzung, warum Hersteller-Brands die Wachstumstreiber des Marktes waren und sind. Auch Klaus Darbo führt das Marktwachstum (neben der Witterung und erhöhter Promotiontätigkeit) auf Neueinführungen zurück. Ursächlich für den gesteigerten Marktanteil von Darbo sind für ihn u.a. die noch junge Sorte „Limette“ sowie die limitierten Sommersorten.

Apropos neu. Neu ist ja in Österreich auch das Einwegpfand, von dem Sirup-Gebinde allerdings nicht betroffen sind. Die Einschätzungen, inwieweit diese Änderung auch die Verkaufszahlen im Sirup-Bereich beeinflussen wird, fallen unterschiedlich aus. „Derzeit gehen wir davon aus, dass das Einwegpfand keine Auswirkungen auf die Absätze von Sirupen haben werden“, meint Harald Doppler, Spitz. „Wir sehen seit Jahresanfang zwar ein Mengenwachstum. Ob dieses auf das Einwegpfand zurückzuführen ist, kann man aus unserer Sicht noch nicht sagen“, so Klaus Darbo. „Wir glauben, dass das Einwegpfand keine Auswirkungen auf den Sirup-Markt hat“, urteilt Höllinger-GF Gerhard Höllinger. Bei Eckes-Granini erachtet man Auswirkungen durchaus für möglich: „Da Sirup vom Einwegpfand ausgenommen ist, rechnen wir damit, dass die Einführung des Einwegpfandes sich positiv auf die Sirup-Nachfrage auswirken könnte.“