Viele der aktuellen Ernährungs-Trends schlagen im Bereich der süßen Brotaufstriche besonders deutlich durch, wobei auch die Pandemie dazu einen Beitrag geleistet hat. Martin Darbo: „Die grundsätzlichen Ernährungstrends haben sich möglicherweise nochmals verstärkt. Hier ist vor allem die Regionalität zu nennen. Heimische Marken und Hersteller profitieren davon.“ Auch Michaela Hysek-Unterweger von der Unterweger Früchteküche bestätigt: „Regionalität spielt eine immer größere Rolle.“ Ein Wunsch, den zu erfüllen für die Hersteller nicht gerade einfacher wird. Hysek-Unterweger: „Gerade in Zeiten des Klimawandels wird es schwierig werden, in jedem Jahr jede Frucht aus der jeweiligen Heimatregion zu beziehen. 2021 hat uns hier leider sehr eindrucksvoll aufgezeigt, was Ernteausfälle bedeuten.“ Auch beim Honig ist eine österreichische Eigenversorgung schlicht nicht machbar. Martin Darbo: „Heimischer Honig ist in den letzten Jahren ein knappes und damit teures Gut geworden.“ Umso besser werden entsprechende Angebote angenommen, so Darbo: „Wir bieten seit vielen Jahren eine erfolgreiche Produkt-Range an, wo wir an der Packung den heimischen Imker anführen.“ Stefan Schauer von Staud’s, wo man Regionales regelmäßig in Form limitierter Sorten anbietet, ist überzeugt, dass das Bewusstsein für das Thema Herkunft auch bei den Konsument:innen gestiegen ist: „Neu ist ein wachsendes Verständnis der Kund:innen für limitierte regionale und saisonale Verfügbarkeiten. Regionalität hat eben ihre natürlichen Grenzen.“ Neben dem Wunsch einer geografischen Nähe von Produktion und Rohstoffen gewinnt auch das Thema Natürlichkeit hier weiter an Bedeutung. „Bio ist ein weiterer starker Trend“, schildert Michaela Hysek-Unterweger von der Unterweger Früchteküche, die diesen Verbraucherwunsch mit einem umfangreichen Sortiment bedient. „Bio-Qualitäten sind für viele Konsument:innen ein wichtiges und vielversprechendes Entscheidungskriterium“, bestätigt Martin Darbo. Generell ist auch im Bereich süßer Brotaufstriche spürbar, dass die Zutaten immer öfter hinterfragt werden – nach dem Motto „Ich gönn mir etwas, dann aber auf möglichst wertvolle Art und Weise. Das sieht man auch bei Mondelez so. Unternehmenssprecherin Livia Kolmitz: „Der Fokus auf ausgewogenere Produkte und Zutaten verstärkt sich. Bereits bei der Entwicklung des neuen ‚Milka Brotaufstrichs‘ wurde deshalb darauf geachtet, die Zutaten mit Bedacht auszuwählen – so verwendet ‚Milka‘ zum Beispiel Sonnenblumenöl und verzichtet bewusst auf Palmöl.“ Aber auch hinsichtlich des Zuckergehalts werden die Produkte immer öfter hinterfragt. „Nun ist Zucker per definitionem Bestandteil von Marmelade“, so Michaela Hysek-Unterweger, Unterweger Früchteküche. Launches, die hier ganz bewusst auf Zurückhaltung setzen, werden aber derzeit überaus gut angenommen. „Wir haben einige gute Alternativen mit höheren Fruchtanteilen im Sortiment“, so Hysek-Unterweger. Auch Martin Darbo berichtet: „Besonders erfreulich ist die Entwicklung unserer im Jahr 2019 eingeführten Range der zuckerreduzierten Konfitüren, wo wir im YTD 2021 bereits einen Marktanteil von 3,0% und eine Verkaufsmenge von über 600.000 Gläser in einem Jahr erreicht haben.“ Staud’s-GF Stefan Schauer erzählt ebenfalls von einer erfreulichen Performance seiner zuckerreduzierten Fruchtaufstriche mit 80% Fruchtanteil und 1/3 weniger Zucker: „Mit dieser Linie konnten wir auch andere Verzehranlässe generieren und neue Verwender:innen gewinnen.“ Die Range wird deshalb dieser Tage um drei Varianten („Erdbeere“, „Kiwi“ sowie „Haskap Beere“, alle in fein passierter Form) erweitert.