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In Sachen Wurst-Snacks gibt es positive und weniger positive Nachrichten zu vermelden: Bereits das zweite Jahr in Folge wächst das Segment im Absatz, die Regale im Handel präsentieren sich vielfältig und innovativ und auch die weiteren Absatzaussichten sind gut. Für Anspannung sorgen jedoch steigende Aufwendungen insbesondere für Rohstoffe und Verpackungen.

Kategorie: Food

Wurst-Snacks, wie Kabanossi, Mini-Salamis oder Landjäger, sind in Österreich traditionell sehr beliebt und daher eine feste Umsatzgröße im Handel. Dass diese Beliebtheit konstant steigt, zeigt der Absatz, den die RollAMA über die letzten zwei Jahre wie folgt ausweist: Sowohl 2024 (+5,8% vs. Vorjahr) als auch 2025 (+1,7% vs. Vorjahr) ist die abgesetzte Menge konstant gewachsen und betrug im vergangenen Jahr rund 4.781T. In Sachen Wert ist allerdings auffällig: Nach einer Steigerung des Durchschnittpreises 2024 um 9,7% ließ dieser im Folgejahr um 3,7% nach – der Gesamtwert des Marktes belief sich daher 2025 auf 92, 9 Mio. € und ist damit um rund 4 Mio. € geringer als im Vorjahr – trotz steigender Mengen. Allerdings deuten aktuelle NIQ-Zahlen darauf hin, dass im rollierenden Jahresvergleich (KW 12 2026) die Kurve nach oben zeigt: Laut NIQ verzeichnet das Snackwurst- und Fleisch-Snacks-Segment (LEH inkl. H/L) ein wertmäßiges Wachstum von +3,6%. In Summe kann man jedenfalls davon ausgehen, dass Kabanossi & Co gut nachgefragt sind und sich entsprechend positiv entwickeln.

GROSS DA. „KnabberNossi“ (Maresi) ist nach wie vor die führende Marke des Segments und bestätigt die positive Entwicklung des Marktes. Andreas Nentwich, GF Maresi Austria: „Im aktuell rollierenden Jahreszeitraum übertrifft ‚KnabberNossi‘ sowohl umsatz- als auch absatzseitig das Vorjahresniveau und baut ihre Marktposition weiter aus.“ Dabei wird das Wachstum maßgeblich von den „KnabberNossi“-Multipacks getragen, berichtet Nentwich: „Der ‚KnabberNossi Classic XXL‘-Pack zählt trotz hoher Innovationsdynamik zu den absatzstärksten Artikeln im Sortiment. Groß- und Vorratspackungen entsprechen offenbar dem aktuellen Konsumverhalten, indem sie insbesondere preis- und bedarfsorientierte Zielgruppen ansprechen.“ Ergänzend dazu gewinnt bei ‚KnabberNossi“ die noch junge Salami-Range an Bedeutung. Nentwich: „In den letzten zwölf Monaten hat ‚KnabberNossi‘ gezielt auf die Eroberung der Salami-Kategorie gesetzt, wobei die Range ein beachtliches Wachstum von +111% auf MAT-Basis erzielen konnte.“ (NIQ, Snackwurst/Fleischsnacks, LH inkl. HL, MAT KW 12 2026). Neuheiten der kultigen österreichischen Kindermarke sind in der Pipeline und werden rechtzeitig zum Schulstart präsentiert.

STARTKLAR. Deutlich in einer jugendlicheren bis erwachsenen Zielgruppe positioniert ist die Marke „BiFi“ (Conaxess Trade). Und hier sind gerade einige Neuheiten bereit zum Starten: Mit „BiFi The Original Chicken“ und der „BiFi The Original Chicken Roll“ greift die Marke den wachsenden Trend zu Geflügel- und High Protein-Produkten auf. „BiFi“ geht aber noch einen Schritt weiter: Mit den „BiFi Tasty Bites“ präsentiert die Brand neue, mundgerechte Fleisch­häppchen, die über den Tag verteilt gesnackt oder mit Freunden geteilt werden können. Reinhard Mülleder, Commercial Director Conaxess Trade Austria: „Mit diesen Produkten zeigt ‚BiFi‘, dass die Wünsche der Konsument:innen nach High-Protein und Innovationen verstanden werden.“

GIPFELTREFFEN. Damit kommen wir zu den Klassikern der Kategorie, die weniger im Bereich Kinder bzw. Convenience-Stores angesiedelt sind, sondern von den traditionsreichen österreichischen Fleischereibetrieben stammen und Fixstarter sind, wenn es um die Jause beim Wandern, Skifahren oder den Ritt durch den Büroalltag geht. Auch hier stehen die Zeichen seit Monaten auf Innovationen mit Erfolgspotential. Etwa bei Wiesbauer mit den „Wiesbauer Cabanossi Sticksies“, die, mit einem schlanken Kaliber, ohne Haut und in den drei Varianten „Classic“, „Paprika“ und „Käse“ eine Neuinterpretation der klassischen Snack-Wurst darstellen. Thomas Schmiedbauer, GF Wiesbauer: „Die ‚Cabanossi Sticksies‘ werden sowohl von den Handelspartnern als auch von den Konsument:innen sehr gut angenommen und haben sich seit dem Launch im vergangenen Herbst bereits gut am Markt etabliert.“ Zu erfolgreichen Top-Sellern haben sich zudem der „Bergsteiger Snack“ und „Bergsteiger Snack mit Käse“ (mit „Schärdinger Bergbaron“) entwickelt.

IM DUETT. Das Segment Roh- und Dauerwurst-Snacks entwickelt sich auch bei Handl Tyrol sehr positiv – sowohl wert- als auch mengenmäßig. Karl Christian Handl: „Wir sehen nach wie vor ein starkes Wachstum. Auch unsere neu eingeführten ‚Tiroler Kabanossi‘ entwickeln sich sehr erfreulich und bestätigen damit die strategische Ausrichtung in diesem Bereich.“ Neu im Portfolio sind seit Herbst „Salami Drops“ im Zweikammern-Packaging und ein „Duo-Pack“, bei dem „Mini Tyrolini“ mit „Soletti Salzstangen“ ein attraktives Angebot bilden.

STEHT GUT DA. Marcher setzt bei den Innovationen, unter den Marken „Landhof“ und „Loidl“, auf Mini-Formate im Standbeutel: Neu im Sortiment sind „Landhof Mini Cabanossi“ und „Loidl Mini Salami“. Und auch hier ist man mit Blick auf die Marktzahlen generell zufrieden. Norbert Marcher, GF: „Insgesamt entwickelt sich unser Snack-Segment sehr dynamisch und verzeichnet sowohl im Inland als auch im Export ein solides Wachstum.“

WIEDER DA. Mit den „Kletzerl“ ist jetzt auch wieder eine österreichische Wurst-Ikone nach einer Pause zurück im Regal. Nach der Übernahme durch die bayrische Premium-Metzgerei Wasner wird der Rohwurstsnack nach Originalrezeptur nun wieder im Innviertel produziert. Zum Auftakt umfasst das Sortiment die vier Sorten „Classic“, „Feurig“, „Cheese“ und „Vegan“ und präsentiert sich in einem neuen, zeitgemäßen Design.

ERFREULICH. Daumen hoch, heißt es auch bei Radatz in Sachen Wurst-Snacks, die nicht nur in Österreich, sondern auch international Anklang finden. Franz Radatz, GF: „Sehr erfreulich entwickelt sich aktuell unser internationales Snackgeschäft mit den ‚Stastnik Salafinis‘ – ein klarer Beleg dafür, dass qualitativ hochwertige, geschmacklich differenzierte Snacks auch im Premiumbereich stark nachgefragt werden.“ Und Premium ist auch für den nationalen Handel ein Thema. Radatz: „Neu ist zudem, dass wir, unter den Eigenmarken des Handels, Tierwohl-Snackartikel produzieren. Dank der gezielten werblichen Unterstützung unserer Handelspartner entwickeln sich diese Artikel überdurchschnittlich positiv und tragen zur Profilierung des gesamten Segments bei.“

HERAUSFORDERND. Obwohl die Kategorie wächst und die Konsument:innen kräftig zugreifen, ist den Herstellern nicht zum Jubeln zumute. Die Gründe dafür sind vielfältig, was die Sache nicht einfacher macht. Allen voran geben die Rohstoffpreise Anlass zu gedämpfter Stimmung, ganz besonders bei Bio-Ware und Pute. Helga Juffinger, Prokuristin Bio-Metzgerei Juffinger: „Zu den größten Herausforderungen zählen aktuell die steigenden Rohstoffpreise sowie die Sicherstellung einer konstant hohen Bio-Rohwarenqualität.“ Franz Radatz, GF Radatz Feine Wiener Fleischwaren, ergänzt: „Insbesondere Putenverarbeitungsfleisch ist stark von Preissteigerungen betroffen. Wir haben im Exportgeschäft daher bereits bewusst zurückgesteuert, da die zur Kostendeckung notwendigen Preise im Markt nicht in vollem Umfang durchsetzbar waren.“ Aber nicht nur Rohware, sondern auch Verpackungen schlagen sich in der Bilanz deutlich nieder, weiß Andreas Nentwich, GF Maresi: „Schwankungen im Rohwareneinkauf sowie neue gesetzliche Rahmenbedingungen, wie etwa die PPWR-Verordnung, sorgen für erhöhte Komplexität und machen die Entwicklung neuer, nachhaltiger Verpackungslösungen erforderlich. Zusätzlicher Druck entsteht durch die aktuelle Ölverknappung und infolge steigende Folienpreise, weshalb mit Preissteigerungen ab Herbst gerechnet wird.“

NEUE METER? Die Markenartikler stehen also weiterhin stark unter Druck und sehen sich gleichzeitig mit einem wachsenden Angebot bei gleichbleibender Fläche im Handel konfrontiert. Karl Christian Handl: „Eine der größten Herausforderungen ist die zunehmende Bedeutung von Eigenmarken. Gleichzeitig ist das Segment in den vergangenen Jahren insgesamt stark gewachsen. Die verfügbare Fläche im LEH ist jedoch begrenzt und aus unserer Sicht zu klein, um die gesamte Vielfalt entsprechend abzubilden. Aktuell sieht es nicht danach aus, dass der Handel die Regalflächen in diesem Bereich deutlich ausweitet. Diese Herausforderung zeigt sich sowohl in Österreich als auch in Deutschland. Umso wichtiger ist es, mit starken Marken, klaren Produktkonzepten und relevanten Innovationen zu überzeugen.“