Schon alleine aufgrund der steigenden Weltbevölkerung wird der Fleischkonsum in Zukunft natürlich in allen Sparten ansteigen, besonders dynamisch zeigt sich dieser Trend jedoch bei Geflügel und Eiern: Für Geflügelfleisch wird global bis 2035 ein Anstieg des Verbrauchs um rund 22% erwartet, bei Eiern um etwa 20%, so die Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Auch innerhalb der Europäischen Union und in Österreich zeigt sich ein ähnlicher, wenn auch nicht so dramatischer Trend: Der Konsum von Geflügelfleisch und Eiern wächst, während bei Schweine- und Rindfleisch tendenziell Rückgänge erwartet werden. Bis 2030 dürfte der Geflügelfleischverzehr in der EU um etwa 2% steigen, jener von Eiern um rund 1,5% (Rabobank, Global Poultry & Egg Outlook 2025-2030).
ERFOLGSFAKTOREN. Franz Waldenberger, Präsident LK OÖ: „Pro Kopf werden in Österreich jährlich 13,8kg Geflügelfleisch konsumiert, davon 10,84kg Hühnerfleisch. Entscheidende Faktoren für den Markterfolg sind Schnelligkeit in der Zubereitung, Qualität und ein attraktives Preisniveau. Auch der Trend zu proteinreicher Ernährung stützt die Nachfrage.“ Gleichzeitig lässt der Eigenversorgungsgrad in Österreich (derzeit 74% bei Geflügel und 81% bei Hühnerfleisch) noch Wünsche offen. Für die LK OÖ sind das hinreichende Gründe, den Ausbau von Mastbetrieben zu forcieren. Waldenberger: „Ziel der Landwirtschaft ist es, dieses Wachstum durch eine Ausweitung der Produktion zu begleiten. Dazu sollen in den kommenden Jahren österreichweit rund 150 neue Mastbetriebe entstehen – etwa 100 in der konventionellen und rund 50 in der biologischen Produktion. Damit soll der Selbstversorgungsgrad langfristig auf über 90% steigen.“ Der Weg dorthin ist allerdings natürlich noch nicht geebnet. Denn die Branche steht vor großen Herausforderungen: Genehmigungsverfahren, steigende Dokumentationspflichten und komplexe Umwelt- und Raumordnungsvorschriften belasten die Betriebe. Zudem fehlen in Bezug auf die EU-Industrieemissions-Richtlinie derzeit die EU-Vorgaben für die nationale Umsetzung und eine Berücksichtigung der österreichischen Strukturen. Markus Lukas, Obmann Geflügelwirtschaft Österreich: „Aus Sicht der Branche stehen die Vorgaben in keinem Verhältnis zur kleinstrukturierten Landwirtschaft.“