Waschen im Wandel

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Wenn das Klima sich ändert, dann beeinflusst das auch das Einkaufsverhalten. Am Waschmittel-Markt sind deshalb unterschiedliche Trends zu beobachten, die allesamt dem erhöhten Nachhaltigkeitsbestreben zuzurechnen sind.

Kategorie: Nonfood

Der Wunsch, mit dem eigenen Verhalten einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, prägt den Markt auf unterschiedliche Weise. Dass hier eine Veränderung im Gange ist, wird natürlich von den Playern längst wahrgenommen. Pia van Saanen, Head of Marketing & Digital Henkel Consumer Brands: „Angesichts von Inflation, Klimawandel und wachsendem Nachhaltigkeitsbewusstsein befindet sich der Waschmittelmarkt im Wandel.“ Für die Hersteller gilt es, mit entsprechenden Produkten die richtigen Antworten zu liefern. Van Saanen: „Dies erfordert innovative Produkte, die ökologische Anforderungen mit Effizienz und der Pflege von Textilien verbinden.“ Bei Erdal nimmt man Ähnliches wahr. GF Florian F. Iro: „Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle, sowohl bei der Verpackung als auch bei der Formulierung der Produkte.“ Henkel verortet die Nachhaltigkeitsbemühungen ebenfalls in mehreren Bereichen, so etwa auch im Waschverhalten der Verbraucher:innen. Pia van Saanen: „Immer mehr Konsument:innen reduzieren die Häufigkeit ihrer Waschgänge oder suchen gezielt nach Produkten mit wasser- und ressourcenschonenden Eigenschaften.“ Auch für sog. Dry-Wash-Produkte, also Textilerfrischer oder Reinigungssprays, mit denen Kleidung ohne Wasser aufgefrischt werden kann, sieht sie jetzt großes Potential. Ebenso wie für Waschmittel, die bei kurzen Programmen und geringen Temperaturen, also ab 20°C, effektiv reinigen.

LANGE SCHÖN. In den Fokus der Verbraucher:innen ist aber auch das Thema Textilpflege gerückt – schließlich gilt es, ebenfalls im Sinne der Nachhaltigkeit, Kleidung möglichst lange schön zu halten. Auch dazu hat Pia van Saanen, Henkel, Spannendes zu berichten: „Eine Studie von Kantar zeigt, dass 60% der deutschen Verbraucher:innen häufiges Waschen kritisch sehen, da es die Lebensdauer von Kleidung verkürzt. Zudem boomt auch der Second-Hand-Markt. Eine Studie des österreichischen Handelsverbands kommt zu dem Ergebnis, dass der Second-Hand-Markt in Österreich bereits 2 Mrd. € schwer ist und ¾ der Österreicher:innen schon einmal Gebrauchtwaren gekauft haben.“ Passend zu diesen Ansichten steigt auch die Nachfrage nach Waschmitteln mit Pflege-Aspekten. Van Saanen: „Insbesondere Produkte wie ‚fewa‘, die darauf ausgelegt sind, die Kleidung möglichst lange zu erhalten, gewinnen an Relevanz.“ Für eine Frische-Anmutung ganz ohne erneutes Waschen sorgen auch Wäscheparfüms. Der Anteil an Personen aus der Generation Z, die solche Produkte verwenden, ist allein im letzten Jahr deutlich angestiegen, so eine Mintel-Studie aus Deutschland.

PACKAGING. Für ganz wesentlich erachten die Marktteilnehmer wenig überraschend auch den Verpackungsaspekt, schließlich prägt dieser nicht nur den ökologischen Fußabdruck des Produktes selbst, sondern beeinflusst auch stark mit, als wie nachhaltig ein Produkt direkt im Regal wahrgenommen wird.

NACHHALTIG NEU. Die aktuellen Aktivitäten der unterschiedlichen Waschmittel-Brands sind allesamt ganz auf die genannten Trends und Konsument:innenanforderungen abgestimmt. So zielt etwa Unilever mit einer Neuheit unter dem „Coral“-Markendach auf eine deutlich verkürzte Waschzeit ab. Die Produkte der Linie „Coral Magic Wash“ verfügen über zum Patent angemeldete Formeln mit Pro-S-Technologie, die die schmutzbindende Schicht auf den Textilien entfernt und so für eine extra schnelle Reinigung sorgt – 15 Minuten in der Waschmaschine reichen dafür aus. Die Fasern werden auf diese Weise weniger mechanisch beansprucht, zugleich speziell gepflegt und auch noch mit einem langanhaltenden, frischen Duft ausgestattet. Drei Varianten sind zu haben: „Universal Clean“, „Color Protection“ sowie „Sports & Synthetics“. Mehr Details dazu finden Sie in der Story auf Seite 66.

WEISS & CO. Henkel bedient mit „fewa“ insbesondere den Konsument:innenwunsch nach spezieller Pflege, die die Textilien lange wie neu aussehen lässt. Der jüngste Neuzugang im Sortiment ist das „fewa Color Waschmittel für Helles“, das extra für alle hellen und weißen Textilien entwickelt wurde. Es soll sogar bereits vergraute Kleidung sichtbar erneuern, indem es Grauschleier entfernt und der Neubildung vorbeugt. Zudem werden dank einer speziellen Technologie raue Fasern geglättet sowie Knötchen und Fussel entfernt.

KOMPAKT. Die letzte Neuerung bei „Persil“ war ein Relaunch der „Persil Discs“ vergangenes Jahr, wo diese kompaktiert wurden, um Wasser, CO2 und Verpackungsmaterial einzusparen. Insgesamt wurde auf diese Weise der CO2 -Fußabdruck per Waschgang um 40% reduziert.

GRÜN. Bei Erdal spielt man natürlich weiterhin die Öko-Kompetenz der Marke „Frosch“ aus und erweitert kontinuierlich die EU-Ecolabel-Zertifizierungen. Außerdem gibt es zahlreiche Innovationen zu vermelden. „Wir führen das ‚Frosch Kraft-Waschmittel Aktiv-Soda‘ ein“, kündigt GF Florian F. Iro an. Die Neuheit soll mit ihrer hohen Waschkraft für alle Textilien mit der Kraft des Hausmittels Soda überzeugen. Die Formel ist EU-Ecolabel-zertifiziert und basiert auf europäischen Tensiden. Angeboten wird das Waschmittel in einer 1,5L-rPET-Flasche mit rPP-Dosierkappe. Eine nationale Kampagne via TV, Online und Print soll für einen erfolgreichen Start der neuen Linie sorgen. Auch weitere „Frosch“-Waschmittel sind demnächst – ergänzend zu den Cradle to Cradle-ausgezeichneten Beuteln – in PET-Flaschen erhältlich. Iro: „Dadurch soll das Nachfüllkonzept, das bereits in unserer Reinigungsmittelkategorie etabliert ist, auch im Waschmittelsegment weiter vorangetrieben und neue Konsument:innen angesprochen werden.“ Mit der Entwicklung der Marke „Frosch“ ist Iro übrigens durchwegs zufrieden: „Unsere Vertrauensmarke ‚Frosch‘ hat sich im Vergleich zum Waschmittel-Gesamtmarkt überdurchschnittlich gut entwickelt.“ Die Kategorie konnte im Gesamtjahr 2024 wertmäßig um 9,4% zulegen (Nielsen, LEH inkl. Diskont) und generiert einen Gesamtumsatz von 238,8 Mio. €. Wachstumssieger waren dabei mit +18,6% die Spezialwaschmittel. Die Neuentwicklungen am Waschmittel-Markt stellen gute Beispiele dafür dar, wie der ökologische Fußabdruck reduziert und zugleich aktuellen Verbraucheranforderungen Rechnung getragen werden kann.