SITUATIONSELASTISCH. Denn es ist keineswegs so, dass die Gruppe der Vollzeit-Veganer plötzlich die Hälfte der Bevölkerung ausmacht. „Vielmehr gewinnt die Wahlmöglichkeit zwischen pflanzenbasierten und milchbasierten Produkten an Bedeutung“, bestätigt auch Emmi Österreich Marketingleiterin Sabrina Schmid. Die Schicht der potentiellen Käufer wird jedenfalls größer, wie Veronika Breyer, NÖM, erläutert: „Anfänglich hat sich die Zielgruppe eher bei jüngeren Familien im urbanen Bereich mit höherem Einkommen angesiedelt. Nun bewegt sich der Trend allerdings in Richtung Flexitarier, die sich in beiden Produktwelten bewegen.“
IMAGE. Was aber ist ausschlaggebend für das große Interesse an pflanzlichen Produkten? „Als die drei größten Treiber für eine pflanzliche Ernährung sehen wir die Gesundheit, die Nachhaltigkeit und das Tierwohl“, fasst Unmilk-Gründerin Jennifer Schäfer zusammen. Die Corona-Pandemie, die uns vieles hinterfragen ließ, hat diesen Trend wohl noch weiter forciert. Pierluigi Pecchia, General Manager Upfield Österreich, Schweiz und Italien, berichtet dazu aus einer Studie: „Laut einer Untersuchung von Mintel hat die Covid-19-Pandemie vegane Ernährung für 25% der jungen britischen Millennials attraktiver gemacht.“ Aber auch schlicht die Tatsache, dass immer mehr Marken in diesem Segment Fuß fassen, treibt den Markt weiter voran, wie Fabio Andrea Cella, Country Manager Danone, ausführt: „Das Angebot an pflanzlichen Milchalternativen vergrößert sich stetig – somit haben die KonsumentInnen mehr Wahlmöglichkeiten.“ Und neben der Quantität hat sich auch die Qualität der entsprechenden Produkte deutlich verbessert. „Pflanzliche Produkte wurden auch aufgrund des verbesserten Geschmacks modern und massenfähig“, meint Ulrich Strünck, Prokurist bei Uplegger Food.
ROHSTOFF. Und woraus werden die Alternativ-Produkte überhaupt hergestellt? Als Basis kommen unterschiedliche Zutaten zum Einsatz. Alpro etwa hat ja in der Herstellung pflanzlicher Produkte mehr als 40 Jahre Erfahrung und setzt dabei nach wie vor größtenteils auf Soja, das übrigens überwiegend von europäischen Vertragsbauern stammt. „Es handelt sich ausschließlich um gentechnikfreie ProTerra-zertifizierte Sojabohnen, für die kein Regenwald gerodet wird“, betont Alpro-GF Tony Lorman. Doch neben Soja haben am Markt auch andere Zutaten, wie etwa Hafer, Mandeln, Reis oder Erbsen, zuletzt an Bedeutung gewonnen.