Knor: Ich denke, dass die Hotellerie und die Gastronomie eine der meist betroffenen Branchen sind. Durch die behördlichen Schließungen sind zahlreiche Existenzen gefährdet, da keine oder kaum finanzielle Reserven vorhanden sind, um die nächsten Monate zu überstehen. Haftungsgarantien der Förderstellen für Überbrückungskredite bekommen nur Betriebe, die positives Eigenkapital und Cash Flows aufweisen. Ersteres ist in der Regel in einer investitionsintensiven Branche nicht gegeben und die Schließungsmaßnahmen lassen ein positives operatives Wirtschaften im Jahr 2020 nicht mehr zu.
Knor: Kränkelnde Betriebe werden in den nächsten Monaten „sterben“, da die Banken aufgrund ihrer Richtlinien keine zusätzlichen Finanzierungen vergeben können. Selbst wenn die Gastronomie wieder aufsperren kann, wird sich die Konsumfreudigkeit der Gäste in Grenzen halten. An die Umsätze vor Corona wird voraussichtlich lange nicht angeknüpft werden können. Ich gehe davon aus, dass ca. 40% der Gastronomie für immer die Pforten schließen werden.
Knor: Es gibt jetzt genug Zeit das Betriebskonzept neu zu überdenken und neue Wege zu gehen. Sich von alten belastenden Dingen (auch Mitarbeitern) zu verabschieden, von eingefahrenen Strukturen zu lösen und vielleicht neue Bereiche (Zustellung usw.) anzudenken und umzusetzen.