Weiterhin prägen das Kriegsgeschehen in der Ukraine, hohe Kosten sowie die generell herausfordernde wirtschaftliche Situation auch den Milchmarkt. Dennoch blieb dieser vergangenes Jahr recht stabil. Die Gesamtanlieferung von Milch ist 2024 mit 3,58 Mio. t in Österreich um 1,4% gestiegen. 18,2% davon waren Biomilch – der höchste Wert innerhalb der EU. In der Europäischen Union ist die Anliefermenge (schalttagbereinigt) nur um 0,3% gestiegen. Zurückzuführen ist dies auf Anlieferungsrückgänge infolge der Blauzungenkrankheit, rückläufige Kuhzahlen, hohe Kosten sowie hohe Bürokratie und Probleme bei Genehmigungen.
HARD FACTS. Die Erzeugerpreise lagen unter dem Vorjahreswert, gegen Jahresende konnte aber mit 63,58 Cent/kg (inkl. MwSt.) der Höchstwert von 2023 erreicht werden. Ein Blick auf die Branchen-Umsätze zeigt ein Plus von ca. 1,7% auf 4,04 Mrd. €. Rückläufig waren weiterhin sowohl die Zahl der milchwirtschaftlichen Unternehmen (69 statt 71) als auch deren Betriebe (87 statt 92). Ein 3,8%iges Minus bei der Anzahl der Milchbauern bzw. -bäuerinnen zeigt, dass sich auch hier die Negativentwicklung fortsetzt. Der Milchkuhbestand ist 2024 ebenfalls gefallen: um 1,3% auf 535.810. Zugleich ist die durchschnittliche Anlieferung je Landwirt:in von 157,6t auf 166,1t gestiegen.
GESUNDHEIT? Ein weiteres Thema, das die Branche beschäftigt, ist der Seuchenschutz. Es gilt, eine Einschleppung der Maul- und Klauenseuche, die in Ungarn sowie in der Slowakei ausgebrochen ist, nach Möglichkeit zu verhindern. Zwar ist diese für den Menschen nicht ansteckend, jedoch brächte ein Ausbruch handelspolitische Beschränkungen und seuchenpolitische Maßnahmen mit sich, die die Lage zusätzlich erschweren würden. Ebenfalls in Europa (und auch schon in Österreich) nachweisbar ist die Blauzungenkrankheit, die bei Rindern zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen und geringeren Leistungen führt. Ein Impfprogramm soll die Tierbestände davor schützen
Milch in Zahlen
•Anlieferung 2024: +1,4%
•Umsätze: 2024: +1,7%
•Milchwirtschaftliche Betriebe: -5
•Milchbäuer:innen: -3,8%
•Milchkuhbestand: -1,3%